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Erwin Rottenfußer starb im Alter von 88 Jahren.

Trauer um ein Weichser Original

Die Familie stand für ihn immer im Mittelpunkt

Auch wenn er mit fast 88 Jahren ein gesegnetes Alter hatte, für viele kam die Todesnachricht von Erwin Rottenfußer doch überraschend.

Weichs – Auch wenn er mit fast 88 Jahren ein gesegnetes Alter hatte, für viele kam die Todesnachricht von Erwin Rottenfußer doch überraschend. Mit ihm ging ein weiterer Weichser Bürger, der hier nicht nur zeitlebens „dahoam“, sondern auch sehr bekannt und beliebt war.

Überaus viele Besucher des Trauergottesdienstes im Pfarrheim, der von Gemeindereferentin Andrea Motzke zelebriert wurde, bewiesen dies. Dort nahm auch Stefan Moor vom VdK-Ortsverband Indersdorf von einem treuen Mitglied Abschied. Bevor sich die Weichser den Indersdorfern anschlossen, war Rottenfußer Vorsitzender des Vereins in Weichs.

Erwin Rottenfußer war bis ins hohe Alter aktiv. Regelmäßig ging er noch ins Fitnessstudio. Ein Sturz vor einigen Monaten schränkte ihn allerdings so ein, dass er die letzten Monate leider nicht mehr der sein konnte, der er vorher war.

Seit 1955 war er mit seiner Frau Doris verheiratet. Die Familie stand für ihn immer im Mittelpunkt. Für ihn war es kein Sonntag, wenn sich die Kinder nicht bei ihm trafen, was schon bei seiner Mutter früher so war. Regelmäßig organisierte er auch kleine Urlaube mit seinen Geschwistern sowie Cousin- und Cousinentreffen.

Erwin Rottenfußer liebte Gesellschaft. Als Vorplattler war er in jungen Jahren beim Trachtenverein D’Kreuzbergler aktiv. Mit der Kapelle Gattringer hat er als Schlagzeuger auf vielen Festen, Hochzeiten und anderen Veranstaltungen gespielt. Die Musik lag ihm einfach im Herzen. Gemeinsames Singen gehörte für ihn oft dazu, ob im Kreise der Familie oder unter Freunden.

Eine besondere Leidenschaft war für ihn das Bergsteigen. Für die Weichser Bergsteiger und Wanderer suchte er viele gemeinsame Touren aus und organisierte sie – so noch im vergangenen Jahr den Vatertagausflug. Als leidenschaftlicher Alpinist erklomm er mit Gleichgesinnten unter anderem dreimal den Ortler und zweimal den Montblanc.

Der gelernte Schreiner, bei dem viele insbesondere auch seinen hintersinnigen Humor und die Witze, die er so unnachahmlich erzählen konnte, schätzten, war beruflich viele Jahre Werkmeister für Fertigteile in einer Betonfirma und danach Dachmonteur im Olympiapark München. Vier Jahre führte er nebenbei zusammen mit seiner Frau die ehemalige Bräuwirtschaft in Weichs. Bis vor wenigen Jahren hatte es ihm in seiner Hobbywerkstatt die Schreinerarbeit wieder besonders angetan.

Erwin Rottenfußer hatte ein unglaubliches Gedächtnis. Er konnte so viel erzählen, aus seinem Leben, was in Weichs in den Jahrzehnten passiert ist, über die Berge – man hörte ihm gerne zu.

Beim Urnenbegräbnis auf dem Pfarrfriedhof werden sich beim Bergsteigerlied, gesungen von Hans Kreppold, und den letzten Fahnengrüßen des Trachtenvereins und des SV Weichs im Beisein einer großen Trauergemeinde sicher noch so manche an ein nettes Gespräch oder ein Erlebnis mit Erwin Rottenfußer erinnert haben.

Um ihn trauern nicht nur seine Frau Doris, seine vier Kinder – Sohn Harald ist leider schon im August dieses Jahres verstorben – sieben Enkel und vier Urenkelkinder. Sein Platz wird nicht nur in der Familie, sondern auch in seiner „Clique“ und auf der Empore der St.-Martins-Kirche leer bleiben, wo er fast jeden Sonntag beim Gottesdienst saß.

Weichs hat ein weiteres Original verloren, das in seiner Art vielfältige Akzente gesetzt hat und noch lange in Erinnerung bleiben wird.

nef

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