Großeinsatz in der Weichser Kläranlage: Um das Öl zu binden, kippt die Feuerwehr Bindewürfel in den Durchlaufschacht.
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Großeinsatz in der Weichser Kläranlage: Um das Öl zu binden, kippt die Feuerwehr Bindewürfel in den Durchlaufschacht.

Umweltalarm

Heizöl verschmutzt Weichser Kläranlage

Bewusste Aktion oder Unfall? Rund 100 Liter Heizöl gelangten in die Weichser Kläranlage. Inzwischen ist sie wieder funktionstüchtig.

Update vom Donnerstag, 16. Juli:

Seit Mittwoch läuft die Weichser Kläranlage wieder im Normalbetrieb. Die Werte sind seit Anfang der Woche glücklicherweise wieder so wie vor dem Heizölunfall, sagt Vizebürgermeister Martin Hofmann, den Klärwart Rupert Nebl am Samstag, 4. Juli, festgestellt hatte. Verbotenerweise ist das Heizöl schon einen Tag vorher über das Kanalnetz in die Anlage gelangt. Der Verursacher scheint mittlerweile festzustehen. Die Kosten des Schadens sind noch in der Ermittlung, „dies dauert noch etwas länger“.


Weichs–  Eine massive Umweltverschmutzung ist am Samstagmittag in der Kläranlage Weichs entdeckt worden: Über 100 Liter Heizöl gelangten über das Kanalnetz in die Anlage und verunreinigten diese. Ob das Öl die Biologie der Kläranlage zerstört hat, ist noch ungewiss. Die Polizei ermittelt gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt in alle Richtungen und bittet um Zeugenhinweise.

Es war eine Schrecksekunde für den Betriebsleiter der Weichser Kläranlage, Rupert Nebl: Als er am Samstagmittag zur Routinekontrolle zur Kläranlage kam, sah er, dass die komplette Biologie der Anlage und des Nachklärbeckens mit einem dicken Film aus Heizöl überzogen war. Er informierte sofort den zweiten Bürgermeister Martin Hofmann und Feuerwehrkommandant Albert Schmid. Schnell legte man die Anlage still und alarmierte Polizei und Feuerwehr. Bald rückten die Feuerwehren aus Weichs und Indersdorf, Kreisbrandrat Franz Bründler, Kreisbrandinspektor Georg Reischl , die Polizei, das Wasserwirtschaftsamt und das THW, sogar mit drei Fahrzeugen, an der Kläranlage an. Das Öl wurde gebunden und abgesaugt. Nach den Worten von Martin Hofmann wurden über 7000 Liter verunreinigtes Wasser abgepumpt.

Auf Nachfrage erklärter er, dass alle möglichen Maßnahmen ergriffen wurden, um einen Schaden für die nahe liegende Glonn zu verhindern. Die Einsatzkräfte platzierten vorsichtshalber einige Meter Ölauffänger am Auslauf der Kläranlage und in die Glonn. Ob für den Fluss, in den das gereinigte Abwasser sonst fließt, eine Gefahr bestand, wollte Klärwart Nebl weder bestätigen noch verneinen.

Während sich ab dem späten Samstagabend die Werte in der Kläranlage zunächst wieder positiv entwickelten, haben sie sich am gestrigen Sonntag wieder massiv verschlechtert, sagt Nebl. Es bestehe immer noch die Gefahr, dass die Anlage „kippt“ und dadurch alle Bakterien der biologischen Kläranlage zerstört werden und folglich die komplette Biologie ausgetauscht werden müsste.

Auch der eigentlich in Urlaub befindliche Bürgermeister Harald Mundl kam zur Gefahrenstelle. Er bezeichnet den Vorfall als unglaubliche Umweltstraftat. Mundl spricht von weit über 100 Liter Heizöl, die nach Einschätzung von Fachleuten über das Kanalsystem unerlaubt entsorgt wurden.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. „Heizöl hinterlässt Spuren“, sagte ein Sprecher der Polizei. Unklar sei, ob es sich um einen Unfall handele oder ob jemand das Öl vorsätzlich entsorgt habe. Die Polizei bittet um Hinweise von Zeugen unter Telefon 0 81 31/56 10.

Heinz Nefzger

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