+
Die größere Variante (Skizze 1), wo die Anlage in Südlage entlang der ganzen Straße vom Albertshof aus bis hinter den Aussiedlerhof in Pasenbach führen würde. 

Investor stellt im Gemeinderat Weichs Pläne für die Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage vor

Solarpark findet immer mehr Anhänger

Der Investor GP Joule hat am Mittwoch im Gemeinderat Weichs den Plan für die Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage als Solarpark vorgestellt.

Weichs – Bürgermeister Harald Mundl, seit zwölf Jahren im Amt, stellte eingangs fest, dass in seiner ganzen Amtszeit noch nie so viele Zuhörer zu einer Sitzung kamen – es waren rund 15. Ein Beweis für das große Interesse an der Thematik. Ein Großteil der Besucher waren Mitglieder des Bund Naturschutz.

Antragsteller für die Freiflächenanlage ist der Landwirt Bernd Eichinger vom Albertshof, der zwischen dem Ortsteil Albertshof und der Gemeindegrenze Vierkirchen den Solarpark erstellen lassen möchte. Wie vom Investor zu hören war, umfasst diese Anlage (Skizze 1) eine Fläche von 21,2 Hektar. Die geplante Anlagenleistung beträgt 20 Megawatt Peak, was eine zu erwartende Stromproduktion von 24 000 000 Kilowattstunden pro Jahr ergibt. Die gesamte Anlage besteht aus 60 606 Modulen. Nördlich und südlich des Albertshofs ist eine Ausgleichsfläche geplant.

Die abgespeckte Version: Die Anlage hört auf halber Strecke Richtung Pasenbach auf. Hinter dem Albertshof (links) ist jeweils auch nordseitig ein Teil der Anlage vorgesehen.

Im März, als das Anliegen an die Kommune herangetragen wurde, sprach sich Mundl noch sehr deutlich, „gerade im Hinblick unseres ländlich geprägten Orts- und Landschaftsbildes zwischen Pasenbach und Weichs“, gegen die Maßnahme aus. Der Rathauschef hatte damals klar gestellt, dass er sämtliche ihm bekannten Freiflächen-Photovoltaikanlagen im Landkreis besichtigt habe. Dabei habe er gesehen, dass keine so groß und exponiert gelegen sei, wie die in Weichs beantragte.

Im Bauausschuss und auch Gemeinderat hatte sich aber die Ansicht durchgesetzt, dass man sich eine Freiflächen-Photovoltaikanlage im gewünschten Bereich durchaus vorstellen könne, allerdings nicht in der beantragten Dimension. Die Räte wollten vom Investor Näheres zur Planung erfahren. Das geschah nun in der Mittwochs-Gemeinderatssitzung seitens eines Vertreters des Investors, der unter dem Motto „100 Prozent erneuerbare Energien – In der Region für die Region“ aufklärte.

Als Alternative stellten die Investoren eine kleinere Anlage vor, die nur etwa 19,5 Hektar umfassen würde. Es soll hier nicht nur Strom, sondern aus der überflüssigen Energie auch Wasserstoff produziert werden. Dieser könnte mit Tanks zu den Tankstellen geliefert werden. Hinter der landwirtschaftlichen Halle des Albertshofes würden dazu zwei Seecontainer aufgestellt werden.

Die Investoren zeigten einen weiteren Vorteil auf: Mit dem Bau eines Solarparks würde die Fläche nicht mehr so intensiv landwirtschaftlich aufgearbeitet und gespritzt; Boden, Tiere und Pflanzen könnten sich erholen. Der Eigentümer selber denkt über eine Beweidung mit Schafen nach.

Bei der Anlage rechnet der Investor mit einer Laufzeit von 20 bis 30 Jahren. Dann könnte ein vom Investor vereinbarter Rückbau erfolgen, und der Grund, der sich dann wieder „erholt“ habe, könnte wieder landwirtschaftlich genutzt werden.

Es wird sicherlich noch einige Zeit vergehen, bis eine konkrete Entscheidung über den Bau fallen wird. Die Planungshoheit obliegt generell der Gemeinde. Im Ratsgremium stieß das Vorhaben jetzt auf überwiegend positive Resonanz. „Die Größe wird sicher von verschiedenen Argumentationen abhängen, die bei den nächsten Gesprächen zu hören sind. Die Richtung ist jetzt klar. Die Mehrheit steht dem Projekt positiv gegenüber. Sicherlich wird es dazu aber noch eine größere Infoveranstaltung geben“, sagte Bürgermeister Mundl. Wann und wo hängt mit Corona zusammen.

Heinz Nefzger

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Das sind die neuen Verkehrsprofis im Landkreis Dachau
Seit einigen Monaten hat die Dachauer Polizei neue Verkehrsexperten: Andreas Knorr ist der Sachbearbeiter Verkehr, Alexander Steinhard sein Stellvertreter. Und die …
Das sind die neuen Verkehrsprofis im Landkreis Dachau
In den Rotkreuz-Shops gibt‘s wieder alles für 1,50 Euro
Die 1,50 Euro-Sonderaktion im Juni in den Rot-Kreuz-Shops war ein super Erfolg. Aus diesem Grund gibt es von Donnerstag, 23. Juli, bis einschließlich Samstag, 25. Juli, …
In den Rotkreuz-Shops gibt‘s wieder alles für 1,50 Euro
Holzwurm bedroht historische Orgel
Über 100 Jahre lang ließ sie ihre Töne zu jedem Gottesdienst erklingen, jetzt bedrohte der Holzwurm die alte, traditionsreiche Orgel in der evangelischen Kirche Kemmoden.
Holzwurm bedroht historische Orgel
Trauer um Herbert Hoffelner
Er war der Gründervater des Indersdorfer Modellfliegerclubs. Ohne ihn würde es den MFI heute wohl gar nicht mehr geben. Im Alter von 69 Jahren ist Herbert Hoffelner …
Trauer um Herbert Hoffelner

Kommentare