Das aktuelle Kindergartenteam mit Schwester Gunda Reichold.
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Das aktuelle Kindergartenteam mit Schwester Gunda Reichold.

Kindergarten

Seit 75 Jahren im Dienst für Kinder

Der Kirchenpatron St. Martin hat dem Katholischen Kindergarten Weichs seinen Namen gegeben. Das ist jetzt 75 Jahre her. Die christliche Ausrichtung besteht noch immer.

Weichs Ende Juni hätte im Katholischen Kindergarten St. Martin eine große Feier stattgefunden: 75 Jahre Arme Schulschwestern im Kindergartendienst in Weichs. Hätte, wenn auch hier nicht die Corona-Pandemie dazwischen gekommen wäre. Also musste die Feier aufgeschoben werden.

 Anlässlich des gewiss nicht alltäglichen Jubiläums hat die stellvertretende Leiterin Angelika Wirosaf, die als dienstälteste Erzieherin dort seit dem 1. April 1991 tätig ist, die Geschichte der Armen Schulwestern in Zusammenhang mit der Kinderbetreuung aufgeschrieben. Folgendes ist daraus zu entnehmen: Am 14. Dezember 1945 wurde die Kongregation der Armen Schulschwestern von unserer lieben Frau mit der Leitung des Kindergartens der Gemeinde Weichs betraut. Der Kindergarten befand sich damals zusammen mit der Gemeindeverwaltung in der Frühlingstraße, wo heute das Weichser Rathaus steht.

Die damalige Leitung, Schwester Euberta Geiler und eine klösterliche Helferin, sorgten sich um die Mädchen und Buben in einer altersgemischten Gruppe mit 40 bis 50 Kindern. Der Kindergartenbeitrag, das sogenannte „Kopfgeld“, betrug zu dieser Zeit 4 Mark pro Monat.

Als 1964 ein Neubau dringend erforderlich war, erbaute man unter dem besonderen Engagement von Pfarrer Alfons Kuhnigk ein neues Gebäude an der Baustädterstraße. Am 5. März 1967 folgte die feierliche Einweihung im Rahmen der 700- Jahrfeier der Pfarrei St. Martin, die die Trägerschaft übernahm. Der Kindergarten erhielt den Namen des Kirchenpatrons St. Martin. Die Schulschwestern behielten weiterhin die Leitung der Einrichtung.

Es waren dies von 1945 bis 1963 Schwester Euberta Geiler, von 1963 bis 1981 Schwester Liebharda Höhenleitner, von 1972 bis 1983 Schwester Lewina Rott, von 1983 bis 2000 Schwester Hermine Geislinger und von 2000 bis 2015 Schwester Rosa Gillig. 2015 übernahm Schwester Gunda Reichold die Leitung.

Bald zeigte sich, dass dringender Renovierungs- und Sanierungsbedarf am Gebäude bestand. Dank der Unterstützung durch den neuen Träger, den Kita-Verbund Hebertshausen, Röhrmoos, Vierkirchen und Weichs, vertreten durch Monsignore Michael Bartmann und Verwaltungsleiter Gregor Höfelmaier, ist der Kindergarten seit Januar 2020 vorübergehend in Modulen im Pfarrgarten untergebracht. Kinder, Eltern und das Kindergartenteam sind mit dieser Lösung recht zufrieden.

Schwester Gunda führt die Einrichtung mit einer liebevollen, herzlichen Art. Neben ihrer Tätigkeit als Leitung und Gruppenleitung gibt sie als Fachkraft für Musikpädagogik musikalische Früherziehung, was von allen Kindern mit großer Begeisterung aufgenommen wird.

Alle Armen Schulschwestern zeigten unermüdlichen Einsatz und richteten den Blick stets auf das Wohl der Kinder und deren Familien. Ein großes Anliegen der Schwestern war und ist die Präsenz des Kindergartens in der Pfarrgemeinde. Ganz selbstverständlich vermittelten die Schwestern mit ihren Erzieherinnen den christlichen Glauben unaufdringlich im alltäglichen Leben, wo ein rücksichtsvoller, liebevoller Umgang im frohen, respektvollen Miteinander erfahrbar wird.

Beim Kindergarten St. Martin herrschte in den vergangenen Monaten leider nicht nur eitel Sonnenschein. Wegen baulicher Mängel musste das Kindergartengebäude verlassen werden. Kaum aber hatte man sich in der neuen Modulunterkunft eingewöhnt, kam Corona. „Das waren echt schwere Wochen für uns, die Kinder und die Eltern“, sagt Schwester Gunda, die aber wie immer stets optimistisch in die Zukunft blickt.

Von Beginn der Pandemie an bot man einen Notdienst an. Und jetzt ist man glücklich, das sieht man dem engagierten Betreuerinnenteam an, dass wieder alle Kinder da sind. Man hofft, dass dies auch so bleiben kann.

74 Plätze sind derzeit belegt. Der St. Martin-Kindergarten ist nicht nur für seine gute Erziehung und Fürsorge bekannt. Er ist auch aus dem gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde nicht wegzudenken. Ob als Veranstalter des Martinsumzugs, ob bei Familiengottesdiensten, Seniorennachmittag oder Pfarrfest – die Kinder haben schon viele Veranstaltungen verschönert. Dies soll auch künftig so sein.

In nicht allzu ferner Zeit steht ein großer Umzug an. Ab September 2021 zieht man in das im Bau befindliche Kinderhaus der Gemeinde an der Fränkinger Straße um. Auch dort werden die Armen Schulwestern die Leitung übernehmen. Heinz Nefzger

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