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Noch verhindert ein Ölauffänger den Einlauf des Heizöls in die Glonn.

Kläranlagen-Bakterien „wie im Koma“

Noch immer keine Entwarnung für Weichser Kläranlage

Für die Weichser Kläranlage gibt es nach wie vor keine Entwarnung. Mittlerweile hat sich auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Zu einer Lagebesprechung bezüglich des Heizölschadens, der seit vergangenen Samstag vorliegt (wir berichteten), trafen sich gestern Nachmittag Vizebürgermeister Martin Hofmann, Geschäftsleiter Werner Kerzel und Klärwärter Rupert Nebl im Rathaus, um die die aktuelle Notsituation zu besprechen. Wie berichtet, waren über 100 Liter Heizöl über das Kanalsystem in die Kläranlage gelangt.

Hofmann bilanzierte nach dem Gespräch: „Die Entwicklung ist nicht positiv. Nach mehrmaligen Messungen müssen wir feststellen, dass die Werte von der Biologie her sich trotz verschiedener Gegenmaßnahmen nicht verbessert haben.“ Ein Problem sei, dass man im Belebungsbecken einfach nicht mehr den vom Wasserwirtschaftsamt geforderten Sauerstoffgehalt erreiche. Weil mittlerweile im Auslauf zur Glonn ebenfalls schon Heizöl festgestellt worden sei, das bisher aber durch Ölauffänger noch habe aufgefangen werden können, habe sich mittlerweile die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und prüfe, ob ein Straftatbestand vorliegt.

Gestern wurden die für Kläranlagen so wichtigen Bakterien aus Weichs zudem mikroskopisch bei der Kläranlage in Dachau untersucht. Ergebnis: Die Weichser Mikroorganismen lägen seit dem Vorfall „wie im Koma“: Sie „leben“ zwar, stehen aber sehr unter „Stress“.

Ob es tatsächlich 100 Liter Heizöl waren, die unerlaubt in die Kläranlage gelangt waren, ist weiterhin unklar. Die Zahl, so Hofmann, sollte mittlerweile revidiert werden. Nach Gesprächen mit der Einsatzleitung könne die Heizöl-Menge „unter 100 Liter, aber auch etliches höher sein“.

Ein Trend, wann und ob überhaupt die Kläranlage wieder richtig funktionieren wird, ist nach der Lagebesprechung nicht zu sagen. Die Polizei ermittelt jedenfalls „in alle Richtungen“. Heinz Nefzger

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