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Hier an der Kreisstraße soll links ein Teil des Solarparks entstehen. 

Neues Projekt in der Gemeinde Weichs

Stimmen zum Solarpark: „Lieber Module als Raps und Mais“

Der Landwirt Bernd Eichinger will einen Solarpark auf seinem Grundstück bauen. In der vergangenen Gemeinderatssitzung hat ein Mitarbeiter der Investorfirma die Pläne vorgestellt. Die Meinungen und Stimmen aus dem Gemeinderat hat die Heimatzeitung zusammengefasst.

Weichs – Rund zwei Stunden lang drehte sich auf der jüngsten Gemeinderatssitzung in Weichs alles um die Planung zur Errichtung einer Photovoltaik-Freiflächenanlage im beim Ortsteil Albertshof durch den Landwirt Bernd Eichinger. Ein Mitarbeiter der Investors GP Joule stellte das Projekt vor. Die Firma wäre Investor und Betreiber zugleich. Eichinger bliebe Grundstückseigentümer und zuständig für die Pflege der Anlage.

Über die Detailplanungen hat die Heimatzeitung bereits ausführlich berichtet. Nachfolgend noch in Auszügen einige Meinungen, Diskussionsbeiträge und ein kurzes Gespräch mit dem 43-jährigen Landwirtschaftsmeister Bernd Eichinger.

Petra Hesse (SPD): Sie fand es zwar nicht gut, dass die Module aus China kommen, befürwortet den Solarpark aber trotzdem. „Ich finde den Blick auf Module schöner als Raps oder Maisfelder“, sagte sie. „Ich wohne neben einem Feld in Weichs und muss hier öfters stinkenden Raps und vier Meter hohen Mais ertragen. Welcher Mensch fährt wegen der schönen Landschaft die Straße von Weichs nach Pasenbach?“

Jörg Achter (Grüne): Er ist der gleichen Meinung wie Petra Hesse und sieht lieber Module als Raps- oder Maisfelder.

Heinz Nefzger jun. (WBV) bezeichnete sich als Fan von Solar, merkte aber an, ob nicht eine kleinere Anlage nur im Norden und nicht zentral an der Straße möglich wäre.

Florian Betz (WBV) sieht bei einer Verwirklichung Weichs als positiven Vorreiter und wünschte die Stadtwerke Dachau beim Bau mit ins Boot zu nehmen.

Martin Hofmann (CSU) fand den Plan schon allein wegen des „grünen“ Wasserstoffs, dem er eine große Zukunft prophezeit, positiv.

Robert Neisser (CSU) hat im Grundsatz nichts gegen eine Anlage. Die Lage an der viel befahrenen Straße sieht er aber als nicht passend und naturfreundlich an. „Ich blicke immer noch lieber auf reichlich Natur als auf Module“, sagte er.

Basti Brummer (WBV) findet insbesondere das Konzept der Beweidung gut.

Magdalena Schuster (Grüne) meinte, dass die Anlage ökologisch einen Nutzen hätte. Sie wünschte sich noch einen vielfältigeren natürlichen Innenbereich.

Simon Kammermeier (SPD) ist landschaftlich nicht von dem Vorhaben begeistert, erkennt aber den Bedarf an erneuerbarer Energie.

Bürgermeister Harald Mundl (WBV) sieht einen Mehrwert in den ersten 20 Jahren als sehr gering. Er möchte, dass auch die Gemeinde früher profitiert.

Nach weiteren Wortmeldungen aus dem Rat durfte sich schließlich der unter den Zuhörern weilende und seit langem in Weichs lebende Professor Winfried Zörner von der Technischen Hochschule Ingolstadt zur Thematik äußern. Nach eigenen Worten war er positiv beeindruckt von dem Vortrag, auch wenn es noch viel Detailarbeit zu leisten gibt. Er steht voll hinter einem Solarpark und merkte an, wenn er nicht in Weichs gebaut wird, dann vielleicht in der Nachbargemeinde. „Hier“, so Zörner, „steht sie unter Kontrolle der Weichser Bürger und die Gemeinde hat Profit.“

Antragsteller Bernd Eichinger äußerte sich ebenfalls kurz zu dem Plan. Für ihn soll bei dem ganzen Vorhaben die Natur nicht zu kurz kommen. So sollen etwa Brutstätten für Kiebitze entstehen und Familien bei einem Spaziergang den Schafen beim Weiden zusehen können. Wenn alles glatt läuft, könnte er sich vorstellen, dass der Solarpark in circa ein bis eineinhalb Jahren in Betrieb geht. Der Heimatzeitung hat er noch einige Fragen beantwortet:

Warum wollen Sie auf Ihrem landwirtschaftlichen Grund einen Solarpark erstellen?

Erneuerbare Energien gehören einfach zur Zukunft. Außerdem soll es unser zweites Standbein sein, weil die Landwirtschaft allein nicht mehr rentabel ist.

Was entgegnen Sie Bürgern, die meinen, dass der Standort zu nahe an der vielbefahrenen Kreisstraße ist?

Da der Acker nach allen Seiten abfällt, ist die Größe der Anlage nicht komplett einsehbar. Wichtig war für uns, dass kein Anlieger direkt betroffen ist. Und die Vorbeifahrenden werfen sowieso nur einen kurzen Blick darauf.

Gibt es Zuschüsse bzw. wie planen Sie die Finanzierung?

Die Finanzierung erfolgt komplett über den Investor. Diese Anlage fällt nicht unter das EEG - Gesetz (Erneuerbares Energiegesetz) und belastet somit nicht die Steuerzahler.

Warum haben Sie sich für einen Investor aus Nordfriesland entschieden?

Das ist eine sehr kompetente Firma und eine der ganz wenigen, die mit der Herstellung von grünem Wasserstoff Erfahrung hat.

Wie beurteilen Sie den Verlauf der Planvorstellung in der Gemeinderatssitzung?

Meine Frau und mich hat die positive Resonanz sehr gefreut. Darüber sind wird dem Gemeinderat auch sehr dankbar.

Heinz Nefzger

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