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Ein Kochbuch aus der Heimat und drei Bücher mit besonderen Reiseeindrücken hat Gerhard Rinck herausgebracht.

Gerhard Rinck hat während des Corona-Lockdowns schon vier Bücher verfasst

Weichser Schreib-Maschine

Weichs – Ausruhen? Das gab es bei Gerhard Rinck noch nie. Das gilt auch in Corona-Zeiten. Rinck machte aus der Not eine Tugend und nutzte den Lockdown, um gleich vier Bücher zu erstellen. Die Titel: Kochbuch Schleswig Holstein, Venedig – Spurensuche in der Literatur, Usbekistan –- Spurensuche auf der alten Seidenstraße, Portugal – Unterwegs zwischen Porto und Lissabon.

Die Kamera ist immer dabei: Autor

Gerhard Rinck lebt seit 1983 mit seiner Familie in Weichs. Der 72-Jährige bezeichnet sich gerne als Butenkieler. Das sind Kieler, die das Leben an andere, häufig weit entfernte Wohnorte verschlagen hat, sich aber weiterhin als Kieler fühlen. (Plattdeutsch buten = draußen). „Ich fühle mich als Butenkieler, der im ,Ausland’, also Dachauer Hinterland, lebt, sich dort aber sehr wohl fühlt, zumal die Landschaft viele Parallelen zum östlichen schleswig-holsteinischen Hügelland aufweist.“ Auch nach vier Jahrzehnten in Bayern schlägt sein Kieler Slang immer wieder durch.

■  Kochbuch Schleswig-Holstein

 Das Kochbuch hat Rinck zusammen mit seiner Schwester Brigitte Köhrsen (69) erstellt, die noch in Ostholstein lebt. „Es das Ergebnis einer spannenden Spurensuche in den Kochbüchern und handschriftlichen Aufzeichnungen unserer Eltern und Großeltern“, sagt Rinck. Ausgewählte Landschaftsbilder und Fotos typischer Gebäude sollen zusammen mit Tischarrangements die Erinnerung an unbeschwerte Kindheitstage wecken.

 Die Rezepte, darunter deftige Hausmannskost wie Labskaus oder Grünkohl mit Kassler, geben vielleicht einen Anstoß, nachhaltig und regional einzukaufen und fast vergessene Speisen zu kochen und zu genießen, so Rinck. „Das Buchprojekt mit meiner Schwester hat gezeigt, dass durch regelmäßige persönliche Gespräche auch diese belastende Corona-Zeit mit erheblichen persönlichen Einschränkungen geeignet ist, sich wieder auszutauschen.“ Twitter und WhatsApp seien dafür nicht geeignet.

 Also fuhr Rinck für einige Wochen in die Heimat. Rinck erfreut: „Ich kann mich nicht erinnern, jemals mit meiner Schwester so einen intensiven Gedankenaustausch zu unserer gemeinsamen Kindheit gepflegt zu haben.“

 Die Fotos, die bei vielen Reisen nach Norddeutschland entstanden sind, ließen sich sehr gut in das Projekt einbinden. Mittlerweile kocht er als „Un-Ruheständler“ in Weichs teils selbst die Gerichte nach.

■  Venedig – Spurensuche in der Literatur

 Städte wie Venedig waren schon immer Anziehungspunkt für Künstler aus allen Bereichen. Venezianische Architektur, Malerei, Musik und Literatur fanden Niederschlag in zahlreichen Werken. Rinck hatte 2019 zum wiederholten Male die Gelegenheit, die berühmte italienische Lagunenstadt zu besuchen. Die schönsten und interessantesten Eindrücke hielt er in Bildern fest. Dabei ließ er sich von Künstlern leiten. Zitate und Gedichte hat er den Bildern zugeordnet, um einen Hauch von Vergangenheit zu vermitteln.

Sein Buch soll helfen, in andere Epochen einzutauchen und Stimmungen vergangener Zeiten nachzuempfinden.

■  Usbekistan – Spurensuche auf der alten Seidenstraße

 Dieses Buch zeigt Schwerpunkte von Rincks Usbekistan-Aufenthalt im März vergangenen Jahres zum Zeitpunkt des Coronaausbruchs in Zentralasien und Deutschland. Es entstand vor Ort in einer mehrwöchigen Quarantäne im Anschluss eines Lehrauftrages an der Akademie der öffentlichen Verwaltung. Rincks Absicht war es, die verschiedenen Strömungen der traditionsreichen Vergangenheit der alten Seidenstraße zwischen China und dem Abendland sowie der postsozialistischen Gegenwart und der Aufbruchsstimmung nach der Sowjet-Ära aufzuzeigen. Diese Reise war für Rinck ein unvergessliches Erlebnis.

■  Portugal – Unterwegs zwischen Porto und Lissabon

Diese Reisedokumentation zeigt Impressionen aus Traditionen, Sitten und Gebräuchen von Rincks Reise durch Portugal 2019. Im Vorfeld dieser Unternehmung hatte der Weichser schon vieles in Reiseführern, Foren und im Internet recherchiert. Tiefgründigere Sichtweisen und Erfahrungen erfuhr Rinck dann durch seinen Freund Sepp Rauch (68), geboren und aufgewachsen in Kammerberg, und dessen Ehefrau Maria, die ihn als Vielreisende und Einheimische durch Portugal begleitet und mit ihm gemeinsam die schönen Erlebnisse geteilt haben. Das Ergebnis ist auch hier ein prachtvoller Bildband.

Ein weiteres Buch ist bei dem „unruhigen Kieler Jung“ aus Weichs bereits in Planung. Dafür hat Gerhard Rinck ein europäisches Land bereist, das speziell für ein besonders Getränk bekannt ist. Mehr will der Autor noch nicht verraten.

Heinz Nefzger

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