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73,16 km Tageshöchstaktivität: Mike Lehnert.

Außergewöhnliche Lauf-Challenge mit 284 Teilnehmern ist zu Ende gegangen

Weichser umrunden in vier Wochen die Welt

Weichs – Eine außergewöhnliche Laufaktion ging am Ostersonntag zu Ende. Wie berichtet hatten auf Anregung von Sebastian Rost die Weichser AH-Fußballer unter dem Motto „Weichs läuft –Wer kriegt uns?“ die Aktion initiiert. Es sollte damit bei all den Beschränkungen etwas Abwechslung in den Corona-Alltag gebracht werden. Und es wurde eine Challenge, deren Ausmaß sicher keiner erwarten konnte.

Noch am letzten Tag setzten viele zum Endspurt an und liefen, gingen mit und ohne Stecken, mit und ohne Hund oder wanderten durch die Weichser Fluren und Straßen, manche noch kurz nach Dachau oder anderswohin, um noch schnell Kilometer zu machen.

„Da Nefzger Clan“, von links: Angelika, Gerhard, Christina, Stefan und Simona schafften 344,13 km - im Durchschnitt pro Person.

27 meist bunt zusammengekommene Teams eiferten um eine gute Platzierung. Darunter sportlich aktive, aber auch solche, die sonst nicht unbedingt regelmäßig unterwegs sind. Dabei sein ist alles, lautete für die meisten das Motto. Andere wiederum entwickelten einen in dieser Form von ihnen noch nicht gekannten Ehrgeiz. Einige Zahlen als Beleg für außergewöhnliche vier Lauf-Wochen: 284 Teilnehmer, darunter 37 Kinder, legten 43 285,41 Kilometer zurück, das entspricht einem Durchschnitt von 152,41 Kilometer pro Teilnehmer.

Beachtliche 190,34 km kamen auf den Schrittzähler von Sr. Gunda.

Sebastian Rost: „Zur Erdumrundung hatten nach drei Wochen noch 11 400 Kilometer gefehlt. Doch mit einer sagenhaften vierten Woche konnten wir unsere Leistung noch mal steigern und 14 486 Kilometer sammeln“. In der letzten Woche waren 20-Kilometer-Meldungen quasi keine Besonderheit mehr.

Die sowieso schon „verrückten“ Zahlen der vorherigen Wochen konnten noch einmal um ein Vielfaches getoppt werden. So haben zum Beispiel Ferdinand Kauppert von den Weichser Ladies & Friends im Schnitt 37,5 und Heidi Rottmair von SV-Weix Potpourri 33,3 Kilometer pro Tag zurückgelegt. Mike Lehnert von Lauffreunde EW2021 mit 73,16 Kilometern in 13,5 Stunden und Björn Kecker von der AH mit 60,14 Kilometern in knapp 10 Stunden haben die längsten Einheiten gemeldet.

Ferdl Kauppert erlief auch dank seiner verstorbenen Katze 701,98 km für die Weichser Ladies & Friends.

Rost: „Mit insgesamt 43 285 Kilometern, die wir zusammen zurückgelegt haben, haben wir die Erdumrundung also locker geschafft – und das in vier Wochen mit nur 284 Personen.“ Dafür haben die Teilnehmer bei Schnee, Regen, Hagel und Sturm, aber auch Sonnenschein 6350 Aktivitäten gebraucht.

Eine Kraftanstrengung, die ihre Spuren hinterlassen hat. Von nicht wenigen hörte man von kleineren und größeren Wehwehchen, die deutlich machten, dass viele in den vergangenen vier Wochen an ihre Grenzen gegangen sind. Rosts Dank gilt auch TenneT. Die Firma fand die Aktion so toll, dass sie sich spontan bereit erklärt hat, 500 Euro zu spenden, die von den Laufveranstaltern an „Kicken für Kinder“ weitergegeben werden.

Die Gesamtkilometer-Tabelle führen mit Abstand die „Aufhauser Seitenstecher“ an. In der Kilometer-pro-Person-Tabelle belegt nach langem Kopf-an-Kopf-Rennen „Da Nefzger Clan“ den 1. Platz. Sieger in der Einzelwertung wurde mit sagenhaften 701,98 km einer der ältesten Teilnehmer, Ferdinand Kauppert. Der 63-Jährige begründet seine tolle Leistung so: „Ich habe mit dem Lauf das Trauma mit meiner Katze, die zuvor qualvoll unter meinen Händen erstickt war, etwas verarbeitet. Dieser Kater gab mir die Kraft für die Läufe.“

Und auch wenn sie es nicht ganz nach vorne schaffte, auch die Ordensfrau Sr. Gunda Reichold soll nicht unerwähnt bleiben. Obwohl sie erst ein paar Tage nach dem Start „eingestiegen“ ist, wurde sie in ihrer St.-Martin-Kindergarten-Gruppe Teamleaderin mit beachtlichen 190,34 Kilometern. Gesamtsieger wurden schließlich die Finisher. Trotz einer beachtlichen Aufholjagd der AHler ließen sie sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Sie haben sich das von den AHlern ausgelobte Grillfest redlich verdient. Dieses soll mit allen Teilnehmern der Challenge gefeiert werden. Wie, wo und wann, hängt von Corona ab.

Die jeweils drei Erstplatzierten der einzelnen Wertungsklassen: Gesamtkilometer: 1. Aufhauser Seitenstecher 5515,65 Kilometer, 2. Finisher 3627,60, AH Weichs 3480,0. Durchschnittliche Kilometer pro Person: 1. Da Nefzger Clan 344,13 Kilometer; 2. Finisher 329,78; 3. Halt die Schnauze 320,26.

Bei Sebastian Rost liefen alle Meldungen zusammen. Unterstützung bei der Datenverarbeitung hatte er durch seine Frau Soh-Young, die ebenfalls 363,38 Kilometer für die Fußballdamen „sammelte“. Zusammen verarbeiteten sie fast täglich zwei bis drei Stunden am Abend die per Screenshots oder Whats-App-Gruppen gemeldeten Daten. Für die Beiträge auf der Homepage (zweimal wöchentlich) haben sie sich immer auch noch einen kleinen Text überlegt und die Bilder, lustige Chatverläufe, Teamvorstellungen usw. zusammengestellt.

Am letzten Tag der Challenge saßen die Rosts bis um halb 4 nachts vor dem Rechner. Die ganze Kommunikation mit den Teams hat aber sehr viel Freude gemacht, sagen beide: „Man hat gemerkt, dass alle mit großem Enthusiasmus und Begeisterung bei der Aktion dabei waren. Es war anscheinend die richtige Aktion zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle“.

Unterstützt wurden sie außerdem von Robert Gruber von der AH, der die Beiträge auf die Homepage stellte. Fazit: 284 Personen unterschiedlichen Alters beteiligten sich an der Aktion. Sie erfreuten sich an einer Laufgemeinschaft, obwohl sich viele gar nicht kennen. Doch eine Verbindung bleibt ihnen: Sie haben als Weichser bzw. mit Weichsern eine sportliche Premiere gefeiert, die es nicht alle Tage gibt.

Weitere Informationen

zur Weichser Lauf-Challenge findet man auch im Internet unter www.weichsfussball.de

Heinz Nefzger

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