Straße Dorf Ebersbach Wiese
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An der Dorfstraße in Ebersbach gibt es noch viele freie Bauparzellen.

Der Bau- und Umweltausschuss ändert den Bebauungsplan an der Dorfstraße in Ebersbach

Gemeinderäte fragen: Wie will sich Weichs entwickeln?

Auf Anregung von Bürgermeister Harald Mundl hat der Bau- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung die Änderung am Bebauungsplan Nr. 13 „Dorfstraße Ebersbach“ auf Erweiterung des Geltungsbereichs wieder rückgängig gemacht.

Weichs/Ebersbach – Warum erklärte Mundl nach der letzten Sitzung noch einmal auf Nachfrage der Dachauer Nachrichten. Dabei sagte Mundl, dass er einen anderen Weg als zielführend sieht, sodass auch die Belange der Gemeinde berücksichtigt werden können.

Zur Vorgeschichte: Ursprünglich stellte ein Hausbesitzer an der Dorfstraße in Ebersbach einen Antrag auf eine dritte Wohneinheit, was der Bau- und Umweltausschuss im September mehrheitlich ablehnte. In der darauffolgenden Gemeinderatssitzung befürworteten die Gemeinderäte aber das Vorhaben und lösten damit die Änderung des Bebauungsplanes aus.

Darüber hinaus beauftragte der Bau- und Umweltausschuss im Oktober die Verwaltung, den Eigentümer der anderen noch nicht bebauten Grundstücke an der Dorfstraße zu kontaktieren. Es sollte geklärt werden, ob dieser für seine Parzellen P12 und P13 ebenfalls die Aufstockung für eine dritte Wohneinheit wünscht. Wenig später kam von ihm ein Antrag zurück, auch für seine übrigen Grundstücke im Bebauungsplan eine Aufstockung des Baus in E+1+D. Sein Ziel: zusätzliche Wohneinheiten.

Da das aber nicht der Ursprungsgedanke des Bau- und Umweltausschusses sowie Gemeinderats war, setzte sich Bürgermeister Mundl nochmals mit der Gesamtsituation des bestehenden Bebauungsplans auseinander und fasste seine Gedankengänge dazu zusammen. „Der Hausbesitzer braucht dringend und schnell die Änderung des Bebauungsplans, damit er mit dem Ausbau der dritten Wohneinheit beginnen kann“, sagte er. „Bezüglich der weiteren Wunschänderungen des Eigentümers für die noch nicht bebauten Flächen im Bebauungsplanbereich bedarf es einer intensiveren Diskussion im Gemeinderat und in den Ausschüssen, die sich vermutlich über einen sehr langen Zeitraum hinziehen können. Das will man aber dem Ausbauwilligen nicht zuzumuten.“

Bei weiteren Überlegungen zum Bebauungsplan ist nach Mundls Meinung der gesamte Bereich ins Auge zu nehmen. „Es gibt noch mehr Grundeigentümer, die sich vielleicht auch eine Änderung der Wohnbebauung wünschen und es wurden schon viele E+D-Häuser gebaut, deren Eigentümer sich aber zum Beispiel in späteren Zeiten eine Aufstockung ihres Eigenheimes vorstellen könnten“, sagte Mundl. Er findet, dass bei größeren Veränderungswünschen in Bebauungsplangebieten die Situation im gesamten Ort betrachtet und beurteilt werden müssten.

Die weiteren Überlegungen sollten dahingehend gestaltet werden, wie sich generell der Ortsteil Ebersbach entwickeln soll. „Wie wollen wir wachsen und vor allem wo wollen wir wachsen? Der Hauptort Weichs bietet so viele Möglichkeiten, die noch auszuschöpfen sind“, erklärte der Bürgermeister.

„In Ebersbach liegen so viele Baugrundstücke brach, weil die Eigentümer ihr Baurecht nicht ausüben. Alleine im zu beurteilenden Bebauungsplangebiet sind dies schon acht Grundstücke, die seit 1993 nicht bebaut wurden“, sagte das Gemeindeoberhaupt. „Es kann nicht Ziel einer Gemeinde sein, ein Baurecht zu geben, wo nichts geschieht.“

Laut Mundl muss bei jeder Wohnbaulandausweisung oder bei vermehrten Wohnbauaufstockungen beurteilt werden, was die soziale Infrastruktur der Gemeinde noch verträgt, wie etwa in Bezug auf Kinderbetreuung. Als letzten Punkt erklärte der Bürgermeister, dass neben den Bedürfnissen der Grundeigentümer auch die der Gemeinde entscheidend berücksichtigt werden müssen.

Aufgrund dessen schlug er den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses vor, die erwähnten Parzellen nicht in die Bebauungsplanänderung mit aufzunehmen, bevor nicht alle anderen vorher genannten Themenfelder abgearbeitet seien.

Der Ausschuss schloss sich dem Vorschlag an. Die Diskussionen darüber fielen durchwegs positiv aus. Die Gemeinderäte regten an, dass Mundl die Bausituation in Ebersbach mit den Grundbesitzern der nicht bebauten Grundstücke besprechen soll. Anschließend sollte sich der Gemeinderat mit dem Thema Wachstum – wo und wie – in der Gemeinde auseinandersetzen. Heinz Nefzger

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