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Fix und fertig, aber überglücklich: Björn Kecker im Ziel – und am Ziel. 

Weichser marschiert 100 Kilometer in 24 Stunden

Zu Fuß nach Mittenwald: Björn Keckers extremer Wandertag

Björn Kecker aus Weichs hat eine außergewöhnliche Doppel-Leistung vollbracht: Er schaffte nicht nur den offiziell als Megamarsch ausgeschriebenen 100 Kilometer langen Weg von München nach Mittenwald innerhalb der vorgegeben Zeitfrist von 24 Stunden, sondern sammelte dabei durch eine von ihm selbst initiierte „Wett-Spendenaktion“ auch noch fast 2500 Euro für die wohltätige Organisation „Kicken für Kinder“ ein.

Der 37-jährige gebürtige Niedersachse und verheiratete Vater von zwei Kindern ist eng mit dem Fußball verbunden. Die Geschichte seiner Lieblingssportart liegt ihm besonders am Herzen. Mit seiner historischen Fußballsammlung war Kecker auch schon im Bayerischen Fernsehen zu sehen.

Im vergangenen Jahr hat er bereits am Megamarsch teilgenommen. Doch Kecker musste nach 67 Kilometern in Kochel abbrechen, „wegen falschem Schuhwerk“, wie er sagt. Beim zweiten Anlauf wollte er sich jetzt, um nicht wieder aufzugeben zu müssen, mit einer Spendenaktion für einen guten Zweck zusätzlich motivieren. Sein Spendenaufruf ging an sein Sammlernetzwerk, das private Umfeld wie etwa seine Mitspieler in der Weichser AH und auch die Eltern der Nachwuchsfußballer des SV Weichs. Viele machten mit und wetteten einen selbst zu bestimmenden Betrag darauf, wie viele Kilometer Kecker diesmal schaffen würde. Insgesamt kam dabei am Ende die stolze Summe von fast 2500 Euro zusammen.

Zuvor ging es aber darum, den Megamarsch bei Tag und Nacht zu absolvieren. Von den rund 3000 Teilnehmern kamen nur 670 ans Ziel. Kein Wunder, die Bedingungen waren insbesondere durch oft schauerartigen Regen und teils auch Schneegraupel diesmal äußerst schwierig. Durchnässte Kleidung und bald auch einsetzende heftige Knieschmerzen machten Keckers Vorhaben nicht leichter. Doch er hatte ja als Zusatzmotivation einen kleinen Zettel dabei, auf dem die bereits vor dem Start erreichte Spendensumme von 2037 Euro stand – am Ende war die Summe dann ja noch höher. Ein Blick auf diesen kleinen Zettel, und die Motivation war trotz aller Qualen wieder da.

Die letzten Kilometer in Mittenwald waren dann wirklich die Kür für Kecker: „Ich spürte keine Schmerzen mehr und sah vor Augen, es wirklich zu schaffen. 300 Meter vor dem Ziel gab es dann für mich und ein paar andere Teilnehmer kein Halten mehr. Hand in Hand lief ich mit ihnen aus Freude vor Glück weinend über die Ziellinie!“

Das gesamte Spenden-Wettgeld kommt nun dem Verein „Kicken für Kinder e.V.“ zugute, der benachteiligte Kinder unterstützt. Durch seinen persönlichen Kontakt zu den verantwortlichen Personen, unter anderem gehört Stefan Fritz aus Weichs dazu, weiß Kecker, dass das Geld zu 100 Prozent an die Bedürftigen weitergegeben wird.

Einen ausführlichen Blog über seinen Megamarsch hat Björn Kecker auch auf seine Internetseite www.keckenbauer.de gestellt. Darin zieht er sein kleines persönliches Fazit: 3,5 Kilogramm Gewicht verloren, rund zwölf Liter Flüssigkeit aufgenommen, zwei kleine Blasen an den Füßen, stark gereiztes Knieinnenband, nicht mehr messbarer Stolz, den Marsch geschafft und eine tolle Summe für benachteiligte Kinder. Und Kecker stellt darin auch fest, dass es zwar ein tolles Erlebnis war, er dies jedoch nicht so schnell zu wiederholen gedenkt. Heinz Nefzger

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