Cowboys an Pferdekoppel
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„Schweren Herzens“ habe man sich zur Absage entschlossen, sagt President Vinzenz Brandtner. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1993.

Corona: Westernclub Weichs muss Indian Summer ausgerechnet im Jubiläumsjahr absagen

Zwangspause im Wilden Westen

Der Westernclub „The Undertaker‘s“ können ihr Jubiläum nicht feiern. Wegen Corona.

Weichs – Dieses Wochenende wäre Weichs wieder ganz im Zeichen des Indian Summer gestanden. Und es wäre diesmal sicherlich ein besonderes Fest geworden. Kann doch der Veranstalter, der Westernclub „The Undertaker‘s“, heuer auf sein 30-jähriges Bestehen zurückblicken. Doch die Corona-Lage lässt ein großes Jubiläumsfest nicht zu.

16 Frauen und Männer haben den Verein 1990 gegründet. Der Verein ist überwiegend in der Gemeinde Weichs organisiert, die Mitglieder kommen aber auch aus Markt Indersdorf, Hilgertshausen, Pellheim, Dachau, Jetzendorf, Pfaffenhofen, Ingolstadt, München und sogar aus Niederbayern. 30 Mitglieder sind es aktuell.

Über 20 Jahre lang war der Westernclub Weichs der Ausrichter des Presidentenmeetings (Vorstandstreffen) der Cowboy-, Country-, Indianer- und Westernszene im Süden von Deutschland sowie in Österreich und der Schweiz. Ein Beweis für die Wertschätzung in der Szene.

Vinzenz Brandtner ist der President

Vinzenz Brandtner ist seit der Gründung President. Er ist der Kopf der Crew und aus dem Vereinsleben nicht wegzudenken. Brandtner betont, dass die Undertaker’s die kulturelle Geschichte von Amerika in unserer Region zeigen wollen: Die Mitglieder tragen historische Kleidung aus der Vergangenheit von Amerika, aus der Trapper- und Pioniergeschichte, aus der Kolonial- und Bürgerkriegszeit, aus der Zeit, als die Revolverhelden den Wilden Westen bestimmten, aber auch von den Ureinwohnern, den Indianern. Es wird das Leben des Wilden Westens nachgestellt, in dem man sich mit gleichgesinnten Vereinen auf geschlossenen aber auch öffentlichen Veranstaltungen und in sogenannten authentischen Lagern trifft. Dort lebt man in Tipis und Armeezelten, kocht, wäscht, macht Bastelarbeiten (wie Perlenstickereien der Indianer), tauscht historische Geschichten am Lagerfeuer aus – die Freunde dieser vergangenen Zeit lassen die Jahre von 1776 bis 1886 nochmals aufleben.

Regelmäßig hat sich der Weichser Verein in den vergangenen Jahren am örtlichen Ferienprogramm beteiligt. Auch der Indian Summer hat Tradition, der in der Regel immer am letzten Juniwochenende in Weichs stattfindet – mit typischen Speisen aus verschiedenen Regionen Amerikas, Squaredance, Countrymusik.

Wegen Corona wurde der Indian Summer zuerst auf Anfang September verschoben. Alle hatten sich schon darauf gefreut. Doch nun muss das Fest wegen der Pandemie ganz ausfallen.

„Da sich die Lage nicht verbessert hat, haben wir uns schweren Herzens für eine Komplettabsage entschlossen“, teilt President Brandtner mit. „Wir hätten trotz eines hohen Hygienekonzeptes die Sicherheit der rund 1000 Besucher einfach nicht gewährleisten können.“

Es sei nun wichtig, die Mitglieder trotz aller Einschränkungen bei Laune zu halten. Etwa mit dem Besuch der monatlichen Stammtische im eigenen Stüberl am Reiterhof Bücherl. „Für uns wie auch alle anderen Vereine ist es wichtig, standhaft zu bleiben, in dieser Zeit andere Wege zu gehen, damit das Vereinsleben nicht auseinanderfällt und die Gemeinschaft erhalten bleibt“, sagt Brandtner. Unterstützt wird er von seinen Vorstandskollegen Harry Singer, Armin Kolles, Lothar Bücherl, René Kolles und Sigrid Kolles.

nef

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