Probleme mit Asylbewerbern in Karlsfeld

Weil eine kleine Gruppe ständig provoziert

Eine kleine Gruppe unter den Asylsuchenden in der Traglufthalle in Karlsfeld will nicht kooperieren und provoziert ganz bewusst Mitbewohner. Das hat das Landratsamt als Grund für die jüngsten Auseinandersetzungen ausgemacht. Die Traglufthallen seien im Übrigen besser als ihr Ruf, betont Landrat Stefan Löwl.

Die zuletzt in der Öffentlichkeit geführte Diskussion über Traglufthallen im Landkreis Dachau nimmt das Landratsamt zum Anlass, noch einmal Pro und Contra dieser Unterbringung für Asylbewerber in einer Stellungnahme gegenüberzustellen. Die Traglufthallen sind im Gegensatz zu den großen Unterkünften in der Indersdorfer Tennishalle sowie in der Berufsschulturnhalle die einzigen „Hallenunterkünfte“, die ausreichend Tageslicht haben, hebt Sprecher Wolfgang Reichelt hervor. 

Auch hinsichtlich der Privatspäre schneiden die Traglufthallen nicht so schlecht ab, denn es stehen abgetrennte Schlafkabinen für bis zu sechs Personen zur verfügung. In den anderen Hallen gibt es nicht einmal diese geringe Privatsphäre. Überhaupt würden Traglufthallen mehr Platz im Vergleich zu den anderen Hallen bieten, so Reichelt. Sanitärbereiche nicht mitberechnet, stehen beispielsweise in der Tennishalle Indersdorf 1250 Quadratmeter für 230 Asylbewerber zur Verfügung, das seien 5,4 Quadratmeter pro Person. Noch weniger Platz ist in der Berufsschulturnhalle, denn auf 1210 Quadrameter drängen sich 280 Personen, das bedeutet durchschnittlich 4,3 Quadratmeter pro Flüchtling. Zum Vergleich die Traglufthallen: Hier kommen 2350 Quadratmeter auf 300 Personen, also rund 7,8 pro Person.

 Die Großunterkünfte seien natürlich immer problembehaftet, führten zu sozialen Konflikten und könnten nur eine Übergangslösung darstellen, wie Wolfgang Reichelt betont.

In Karlsfeld liege die Hauptursache der Konflikte jedoch nicht in der Unterbringung an sich, sondern „in einer kleinen Gruppe von unkooperativen, fordernden und provozierenden Asylbewerbern, etwa durch bewusste, ständige Provokation der jeweils anderen Ethnie durch bewusstes Lärmen in der Nacht“, so Reichelt. Das würden die Mitarbeiter der Dienstleister, der Caritas, der Polizei und des Landratsamts unisono bestätigen. „Unter den über 1800 Asylsuchenden und Flüchtlingen im Landkreis Dachau gibt es leider einige wenige Problemfälle, die auch unter Berücksichtigung der sicherlich mitunter nicht schönen Unterbringungsumstände sowie der persönlichen Lage nicht akzeptabel sind“, stellt Landrat Stefan Löwl klar. „Gerade im Anschluss an die letzten Vorfälle in Karlsfeld habe ich persönlich viele Gespräche geführt, sowohl mit Mitarbeitern vor Ort, Vertretern der Caritas aber auch einigen Bewohnern der Traglufthalle. 

Die große Mehrheit der Bewohner ist dankbar für die Hilfe und Unterbringung, welche sie hier in Deutschland erfahren, auch wenn alle sich natürlich bessere Quartiere wünschen würden. Mehrfach wurde mir jedoch bestätigt, dass selbst die Unterbringung in den Traglufthallen sowie das Auftreten der Mitarbeiter vor Ort so gut und hilfsbereit noch in keinem anderen Land, nicht einmal in unseren direkten Nachbarländern, war.“ Einige hätten ihn auch aufgefordert, endlich etwas gegen die „störenden Mitbewohner“ zu unternehmen. 

Löwl und Reichelt betonen dabei, dass keinesfalls ein Generalverdacht gegen die Flüchtlinge entstehen solle und auch nicht dürfe. Man müsse aber offen darüber diskutieren können, dass bei einer derart großen Personenzahl selbstverständlich auch einige Störer darunter sind, was unabhängig von der Herkunft bei jeder Menschenansammlung der Fall ist. 

Das Landratsamt versuche im Übrigen zeitnah weiteren Wohnraum zu schaffen. Bereits Anfang Februar werden rund 250 neue Plätze in Containern sowie den Holzständerhäusern in Karlsfeld bezugsfertig. Und bis Mitte März seien weitere 200 bis 250 Plätze in der Realisierung. Hinzu kommen die Plätze aufgrund der erhöhten Belegungen in den Containerunterkünften in Haimhausen, Odelzhausen, Petershausen und auf dem MD-Parkplatz in Dachau sowie die dritte Traglufthalle in Dachau. 

Bei einer Veranstaltung am Dreikönigstag auf dem Petersberg kritisierte Landrat Stefan Löwl im Übrigen unangebrachtes Verhalten gegenüber den Mitarbeitern des Landratsamts seitens einiger Vertreter der Helferkreise. In einigen Gesprächen in den vergangenen Wochen aufgrund „unangebrachten Verhaltens einzelner Helfer“ habe eine Berücksichtigung der Leistung der Landratsamtsmitarbeiter eingefordert. Gerade bei der Begleitung von Asylsuchenden und Flüchtlingen sei ein beispielgebender und respektvoller Umgang miteinander wichtig. Löwl: „Verwendete Begriffe wie ,Krankenscheintussi’ kann ich als Dienstherr nicht akzeptieren.“ 

Bei jeder Gelegenheit werde jedenfalls deutlich, „dass die weit überwiegende Mehrheit der Asylsuchenden und Flüchtlinge Schutz und Ruhe suchen und sich auch vorbildlich verhalten. Lediglich eine sehr kleine Zahl hält sich bewusst nicht an Regeln, verweigert die Mitarbeit und stellt unangebrachte Erwartungen.“ Unter den mittlerweile über 1800 Asylsuchenden gebe es natürlich auch solche, die Straftaten oder sonstige Delikte begehen. Aber es gibt keinen Hinweis, dass die Anzahl der Straftaten durch den Zuzug überproportional gestiegen ist. „Stumpfe Vorurteile haben sich gerade nicht bestätigt“, betont Stefan Löwl-

dn

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