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Problempunkt in Thalhausen: der Mühlberg mit der Brücke über die Weilach. 

Kanalsanierungen fällig

Zuviel Fremdwasser und kaum noch richtige Dichtungen

Altomünster - Was tun, wenn das örtliche Kanalnetz nicht mehr dicht ist, wenn zu viel Fremdwasser durch die Leitungen fließt, wenn Wurzeln die Rohre zerstören, wenn Dichtungen gar nicht mehr da sind? Dann ist es höchste Zeit, etwas zu unternehmen.

Diesen Eindruck konnten die Altomünsterer Gemeinderäte auch in der letzten Sitzung gewinnen, denn hier wurde ihnen sogar in einem kleinen Film deutlich vor Augen geführt, wie es aussieht, wenn ein Abwassersystem nicht mehr das bringt, was es soll.

Die Szenerie spielte sich in Thalhausen ab, einem der ersten Orte, der von der Gemeinde nun über den Zustand des Kanalnetzes überprüft wurde. In den kommenden Jahren sollen die weiteren Ortsteile des Marktes folgen. Auch in Altomünster selbst gibt es einige sehr alte Leitungen, die vermutlich nicht viel besser aussehen, wie dies die Kamerabefahrung in Thalhausen gezeigt hat.

Das größte Problem dabei war am Kreuzberg bis hinunter zum Mühlberg, da hier sehr viel Fremdwasser in das bestehende Abwassersystem eindringt und das Kanalnetz zusätzlich belastet. Rund ein bis zwei Liter pro Sekunde sauberes Grundwasser füllt hier die Schächte und muss bis zur Kläranlage befördert werden. „Das verursacht unnötige Belastungen und auch Kosten“, erklärte Ingenieur Rupert Mayr den Gemeinderäten. Deshalb sei hier schon aus Wirtschaftlichkeitsgründen eine Sanierung dringend anzuraten.

Rund 1600 Meter Kanal wurden in Thalhausen untersucht und dabei auch festgestellt, dass es zum Teil gar keine Pläne der Abwasserleitung gibt oder dass die Leitungen woanders sind, als man vermutet hatte. Sehr oft sind sie auch auf Privatgrund verlegt, was für die Gemeinde ein weiterer Grund ist, die Sanierung in Angriff zu nehmen. Denn nach Aussage von Bürgermeister Anton Kerle wäre es ungemein wichtig, dass das Kanalnetz auf Gemeindegrund zu liegen kommt. Die neueren Baugebiete wurden nicht befahren und auch den Mühlberg konnte man sich zum Großteil sparen, weil da der Kanal erst vor zehn Jahren erneuert wurde.

„Wir werden um die Sanierung nicht drum herum kommen“, stellte auch Gemeinderat Josef Obeser (Freie Wähler) fest, denn zum einen würde das viele Wasser auch die Einwohnergleichwerte bei der Kläranlage kaputt machen, zum andern würde das Hangwasser im Ort sofort in den Kanal drücken, wenn dieser nicht richtig angeschlossen werde. Jetzt, so stellte Amtsleiter Christian Richter die Pläne vor, ist daran gedacht, ein Trennsystem in Thalhausen zu errichten, das den bestehenden Abwasserkanal als Regenwasserablauf vorsieht mit einer neu zu errichtenden Ableitung in die Weilach. Für das Schmutzwasser soll ein neuer Kanal errichtet werden.

Auch die Frage nach anfallenden Kosten beantwortete er kurz, denn innerhalb der Grundstücksgrenzen sei der Eigentümer zuständig. Sicherlich werde in diesem Zug zum Teil ein zweiter Revisionsschacht nötig, „um die ganzen Wasser um ein Haus herum trennen zu können“.

Wie das alles genau ausschauen soll, wie hoch die Kosten sind und wann saniert wird, das alles soll mit den Bürgern erst besprochen werden. Auch der Gemeinderat hatte dazu noch keinen Beschluss zu fällen.

Auf jeden Fall wird diese Sanierung der Startschuss dessen sein, was der Bürgermeister schon lange prognostiziert hat: „Wenn die Kläranlage fertig ist, kommen die Kanäle dran.“ Thalhausen wurde dabei als erster Ort gewählt, weil er am weitesten von der Kläranlage Unterzeitlbach entfernt ist und durch den hohen Fremdwassereintrag eine Sanierung am Ende sicher am wirtschaftlichsten ist.

Gisela Huber

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