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Stofferl, Karl und Michael – die Wellbrüder aus’m Biermoos sind vielschichtig, vielseitig und vielgepriesen.

Kreative Krawallmacher

Wellbrüder im Thomahaus

Dachau - Wenn die Wellbrüder auf einer Bühne stehen, dann ist Krawall garantiert. Kreativer Krawall natürlich. Denn Christoph, Michael und Karl stehen nicht für vornehme Zurückhaltung, wenn sie Themen aufgreifen, die ihnen am Herzen liegen.

Lässig marschieren die drei „Wellbrüder aus’m Biermoos“, Christoph, Michael und Karl, auf die Bühne, quietschen erstmal auf ihren Instrumenten herum und machen sich dann über den Dachauer Landkreis lustig: „Beim Bürgermeister Hartmann ist no net amoi gwiss, ob der scho volljährig is“ oder scherzen „Auf d’ Entlassung vom Landrat Christmann homs scho lang gwart, jetzt homs an Landrat ausm Frankenland und an Seidenath.“

Dabei stehen hinter den drei Brüdern unzählige Instrumentenkoffer, die sie einen nach dem anderen im Laufe des Abends auspacken werden. Dass die Geschwister mit der Musik aufgewachsen und einfach Vollblutmusiker sind, beweisen sie auch vor dem Publikum im ausverkauften Thomahaus: Über Quetschn, Tuba, Querflöte, Alphorn, einem umfunktionierten „Rumtopf“ und sogar einen Dudelsack mischen sie die Instrumente bunt durcheinander – wie auch die Musikstücke.

Die Wells spielen Volksmusik-Solos, Reggae-Plattler und sogar eine klassische Sinfonie von Friedrich Händel, „gesponsert von Wiesenhof und Bayern-Ei“. Christoph „Stofferl“ Well grinst.

Wie bereits die Vorgänger der Well-Brüder aus’m Biermoos, die Biermösl Blosn, die sich 2012 auflöste, greift auch das neue Geschwister-Trio das politische Tagesgeschehen auf und witzelt: „Da Söder ist schee von de Fiaß bis zum Hois – nur as Gsicht des versaut ois.“

Und sie schimpfen über die vielen Schneekanonen am Sudelfeld oder üben Kritik an der bayerischen Polizei. Zwischendrin macht Stofferl mit einem zackigen Schuhplattler Stimmung, Karl inszeniert seinen Bierbauch beim orientalischen Tanz und Michael imitiert seine schottischen Vorfahren, die McWells, mit heidnischen Tänzen.

Dabei feuern die rund 400 Zuschauer kräftig an und dürfen ab und zu auch mitjodeln. Später rufen die Wells zum Protest gegen das gescheiterte G8 am Gymnasium auf und schimpften: „G8 ist immensis shitum. Gymnasium bavarium macht saudumm– quod erat demonstrandum.“

Obwohl sich die Wells gerne politisch einmischen, tun sie es wie immer mit einer Leichtigkeit, die unterhält, aber auch zum Nachdenken anregt: „Wennst heit an Hinweis wega Steuerhinterziehung machst, dann verhaftens die glei und du kimmst ind Psychatrie nei“, singen sie und spielen dabei auf den Fall von Gustl Mollath an.

Zum Ende des Abends schlüpft Christoph Well schließlich in die Rolle eines Rappers und fordert „Forty Cents – vierzig Cent“ pro Liter für die Milchbauern. Zuletzt spielt das virtuose Trio auch noch Alphorn und darf erst nach drei Zugaben gehen – der Lohn des Publikums: Kaltschen, Pfiffe und Trampeln auf dem Parkett. Also eigentlich alles wie immer, wenn die Wells auf einer Bühne stehen.

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