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Herr der Bienen im Landkreis: Walter Niedermeier vom Kreisimkerverein Dachau weiß um die Bedeutung der summenden Insekten. 

Am heutigen Sonntag ist Weltbienentag

Wenn ihr Summen verstummt - Experte macht sich für Bienen stark

Die Biene, das kleine, summende, schwarz-gelbe Insekt mit dem Stachel, vor dem sich manch einer fürchtet, produziert nicht nur Honig. Das Tier bestäubt über 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen. Stirbt sie aus, fällt jede zweite Nahrungsquelle weg. Umso bedrohlicher ist die Tatsache, dass ihre Anzahl europaweit dramatisch zurückgegangen ist.

von Nathalie Neuendorf

Dachau – „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“, soll Albert Einstein über die Folgen des Aussterbens der kleinen Insekten gesagt haben. Der Imker Walter Niedermeier vom Kreisimkerverein Dachau weiß jedoch: „Das Zitat wird Einstein zwar zugesprochen, es ist aber inzwischen nachgewiesen worden, dass er das nie gesagt hat.“ Unabhängig davon stimme aber die Richtung dieser Aussage. Zur damaligen Zeit hätte der Aussagende damit wohl sogar richtig gelegen, erklärt Niedermeier. Heutzutage könne man aber einer derart dramatischen Entwicklung entgegenwirken. Trotzdem: „Es würde jede zweite Nahrungsquelle der Menschen wegfallen“, sagt der 64-Jährige.

Tatsächlich haben die Tiere eine immense Bedeutung für unser Agrarsystem. Die westliche Honigbiene bestäubt beispielsweise über 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen. Außerdem sind die Insekten ein nicht zu vernachlässigender Bestandteil vieler Ökosysteme.

Um auf die Wichtigkeit von Bienen und anderen Bestäubern hinzuweisen, haben die Vereinten Nationen den 20. Mai erst vergangenes Jahr zum Weltbienentag ausgerufen. Denn: Die Problematik ist hochaktuell. Europaweit ist die Anzahl von Bestäuber-Insekten in den vergangenen 30 Jahren um bis zu drei Viertel zurückgegangen. „Wir haben insbesondere die Wildinsekten massiv verloren“, erklärt Niedermeier.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass der vermehrte Einsatz von sogenannten Neonikotinoiden als Pflanzenschutzmittel dafür mitverantwortlich ist. „Aber es gibt so viel mehr Faktoren, von denen man zuerst gar nicht denken würde, dass sie auf den Rückgang der Bienenvölker Einfluss haben“, berichtet der erfahrene Imker, der seit nunmehr 46 Jahren im Dachauer Kreisimkerverein tätig ist.

Aber warum ist die Honigbiene dann nicht längst schon ausgestorben? „Der große Vorteil der Biene ist, dass sie ein großes Vermehrungspotenzial hat. Sonst wäre sie in der Tat schon längst Geschichte“, sagt Niedermeier.

Umso wichtiger ist seiner Meinung nach daher die Arbeit der Imker, die das Überleben der Biene – nicht zuletzt durch ihre Züchtungsarbeit – sicherzustellen versuchen. Das Interesse der Menschen im Landkreis an der Imkerei ist groß: Der Kreisimkerverein kommt mit der Ausbildung von Neuimkern fast gar nicht mehr nach – so viele Interessenten gibt es.

„Mir rennen die Leute förmlich die Bude ein“, sagt Niedermeier und lacht. „Wir können aber nur jeweils 25 bis 30 Leute ausbilden.“ Die zweijährige Ausbildung sei deshalb so beliebt, weil die erfahrenen Imker die Neuimker richtig an die Hand nehmen und ihnen von Beginn an helfen würden.

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