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Ehrliche Worte richtete Karin Boger an die Mitglieder des Fördervereins. Auch ihr Stellvertreter Frank Lobert (l.), Schatzmeister Uwe Hasselhorst (r.) und Bürgermeister Stefan Kolbe sprachen über die aktuelle Situation. Foto: habschied

Wenn sich Frust in die Zuversicht mischt

Karlsfeld - Vor einem Jahr war Karin Boger noch durch und durch Optimistin - trotz der schlechten Haushaltslage. Ein Jahr später zeichnet sich immer noch nicht ab, wann mit dem Bau der geplanten Seniorenvilla begonnen werden kann. Und für Karin Boger wird es immer schwerer, ihre Zuversicht zu bewahren - sie machte ihrem Frust Luft.

Karin Boger hatte es sich anders vorgestellt. Sie hatte gehofft, dass die Mitglieder des Fördervereins zum zehnjährigen Bestehen auf ein Haus anstoßen können. Oder zumindest auf einen Rohbau. Nächstes Jahr ist es soweit - der Förderverein besteht dann zehn Jahre. „Und wir haben praktisch nichts vorzuweisen“, sagte Boger bei der Jahresversammlung. Sie ist frustriert. „Wir sind kaum weitergekommen in den vergangenen neun Jahren.“

Es gibt inzwischen einen Bebauungsplan und eine einstimmige Absichtserklärung des Gemeinderats für das Projekt, rund 30 betreute Wohneinheiten auf dem Grundstück zwischen Lidl und Heizkraftwerk zu errichten. Doch seit die Gemeinde den Energieriesen Eon und mit ihm jährlich 2,5 Millionen Euro Gewerbesteuer verloren hat, geht nichts mehr vorwärts in Sachen Seniorenvilla. Das Projekt ist auf Eis gelegt, bis sich die Haushaltslage verbessert hat.

„Ich saß vor meinem PC, um diese Rede zu schreiben und mir fiel nichts Positives ein, was ich Ihnen berichten könnte“, begann Karin Boger ihre Rede. „Vor drei Jahren standen wir schon viel besser da als heute.“ Die ehemalige SPD-Gemeinderätin kämpft leidenschaftlich für die Idee, betreute Wohnungen in Karlsfeld zu errichten. Vergangenes Jahr schaffte die Vorsitzende des Fördervereins es noch, ihre Mitglieder zu motivieren. Trotz Wirtschaftskrise, Rückzug von Eon und verlorenem Bürgerentscheid für neue Gewerbeflächen an der Schleißheimer Straße. Dieses Mal machte sie ihrem Frust Luft. „Warum sind die Bürger damals nicht ins Wahllokal gegangen?“ spielte sie auf die geringe Wahlbeteiligung beim Bürgerentscheid an. „Sie hätten den Schlamassel verhindern können.“

Allerdings ist Karin Boger das Projekt Seniorenvilla zu wichtig, um die Hoffnung aufzugeben, doch eines Tages auf den Baubeginn anzustoßen. „Jetzt erst recht“, appellierte sie an ihre Zuhörer. „Wir geben nicht auf. Wir werden ein Haus bekommen - bloß wann, weiß niemand.“

Karin Boger ist keine Einzelkämpferin. Der Förderverein hat inzwischen 86 Mitglieder, es werden kontinuierlich mehr. Für sie hatte das Vorstandsteam einen Vortrag organisiert. Die Betreuerinnen Maria Heitzmannsberger-Zeitler und Hedi Pfortner berichteten über das Betreute Wohnen in Haimhausen. Die Idee für diese Einrichtung ist noch keine neun Jahre alt. „Aber dort war man eben schneller“, sagte Boger.

Sie räumte ein, wie wichtig die Kinderbetreuung in einer Gemeinde ist, kritisierte aber, dass die Altenbetreuung leider nicht als Pflichtaufgabe angesehen wird. Boger zitierte einen Vorstandskollegen: „Wir hatten gedacht, wir könnten die Bewohner in der Seniorenvilla betreuen. Inzwischen werden wir wohl diejenigen sein, die betreut werden müssen.“ Umso eindringlicher war ihr Appell: „Wir müssen weitermachen - es wird sich lohnen. Spätestens dann, wenn Gesellschaft und politische Gremien über Altenbetreuung ebenso viel nachdenken wie über Kinderbetreuung.“

(kwo)

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