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Blick in die Zukunft: So soll das neue Dachauer Hallenbad einmal aussehen.

Werkausschuss Dachau billigt Entwurfsplanung

Ein Hallenbad, das nicht jeder hat

Der Werkausschuss hat die Entwurfsplanung für den Neubau des Dachauer Hallenbades gebilligt. Vom Entschluss umfasst: ein paar Neuerungen, höhere Kosten und die getrennte Umsetzung der beiden Bauphasen. Vor allem Letzteres bereitet Stadträten, Stadtwerkechefs und Planern erhebliche Sorgen.

Dachau Der Werkausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung die überarbeitete Entwurfsplanung für den neben dem alten Hallenbad entstehenden Neubau gebilligt. Nur Norbert Winter (Bürger für Dachau), Claus Weber (Freie Wähler Dachau) und Jürgen Seidl (FDP) waren dagegen. Mal wieder. Sie bleiben stringent bei ihrer Meinung, dass das Projekt eine Nummer zu groß für die Kreisstadt sei. Fällt das Auge des Betrachters auf die nackten Zahlen, könnte er durchaus Verständnis für das Trio aufbringen.

11, 13, 15, 17 Millionen Euro, die Kosten für das neue Dachauer Hallenbad kletterten in den vergangenen Monaten so flott in die Höhe wie die Zustimmungswerte für die SPD im Bund. In der jüngsten Sitzung kam heraus, dass das neue Dorado für Schwimmer und Saunajünger nun sogar 19,73 Millionen Euro kosten soll. Aber: geschenkt. Schließlich bekommen sie nun Schwimmbecken, Röhrenrutsche (später vielleicht noch eine zweite), Sauna und Gastronomie, wie sie „nicht jeder hat“, so Sportreferent Günter Dietz. Im architektonisch wertvollen „Hingucker“, nochmal Dietz, wird es in Folge der Billigung beispielsweise doch einen zweiten Aufzug (Kosten 53 000 Euro) hoch ins Bistro im ersten Stock geben, und die Rutsche wird nach draußen verlegt (Kosten 23 500 Euro), was der Relaxzone drinnen mehr Platz verschafft. Im Gegenzug wurde im Vergleich zum vorhergehenden Entwurf hier und da noch ein wenig eingespart (insgesamt rund 500 000 Euro).

Aber das alles sind Kleinigkeiten, verglichen mit den möglichen Auswirkungen eines weiteren Beschlusses der Ausschussmitglieder: die getrennte Umsetzung der beiden Bauphasen. Denn zunächst wird das neue Bad neben dem alten gebaut. Danach muss das alte Bad abgerissen werden. Erst danach kann der Saunabereich entstehen. Bei der Erläuterung der Vor- und Nachteile vor der Beschlussfassung standen Architekt Wolfgang Gollwitzer und der kaufmännische Stadtwerkeleiter Robert Haimerl im Mittelpunkt. Bei beiden waren tiefe Sorgenfalten auf der Stirn zu erkennen.

Gestalter Gollwitzer hatte zunächst für eine gemeinsame Ausführung der Bauphasen plädiert. Die Vorteile: günstige Angebote bei der Ausschreibung und Planungssicherheit. Kaufmann Haimerl machte sich für eine getrennte Realisierung stark. Die Vorteile: Sollte später beim Bauen etwas schief oder den Stadtwerken das Geld ausgehen, dann entginge die Stadt möglicherweise teuren Schadensersatzforderungen der Handwerker.

Die Ausschussmitglieder folgten dem Kaufmann und stimmten mehrheitlich für eine Trennung der Bauphasen. Von den Abweichlern meldete sich Norbert Winter zu Wort und wollte wissen, wie denn das Bad, das nicht jeder hat, finanziert werden soll. Der Quellen für die aufzubringenden 19,73 Millionen Euro gibt es einige: Mittel der Stadt, staatliche Zuschüsse, ein Kredit in Höhe von zehn Millionen Euro sowie Gewinne der Stadtwerke auf anderen Geschäftsfeldern. Zu Letzterem meinte Haimerl: „Das Geschäft war 2016 stabil. Wenn das so bleibt, werden wir uns das Bad leisten können.“ Aber eines sei klar: Das Bad werde immer ein Zuschussbetrieb sein.

Der Fahrplan für das neue Dachauer Hallenbad ist nun folgender: Die Ausschreibung für die erste Bauphase beginnt sofort. Über den zweiten Bauabschnitt muss der Werkausschuss gesondert beschließen. Sichtbarer Baubeginn soll im Herbst sein. Geht alles gut, dann können die Besucher Ende 2019 oder Anfang 2020 in die neuen Becken hechten und in den Saunen schwitzen. Dabei soll das alte Bad bis zur Eröffnung des neuen nutzbar sein.

Thomas Zimmerly

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