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Mit Bisswunden übersät: Die 13-jährige Beagle-Hündin Mandy wurde beim Angriff eines großen Hundes schwer verletzt. Ihre Besitzerin Eva Duda-Mohapel lässt die Verletzungen vom Tierarzt versorgen.

Wieder Probleme mit freilaufenden Hunden

Beagle Mandy total zerbissen

Es gibt wieder Probleme mit freilaufenden Hunden im Landkreis. Diesmal hat ein großer Hund einen 13 Jahre alten Beagle angegriffen. Mandy wurde schwer verletzt.

Gerissene Rehe, Beißattacken gegen Menschen und andere Tiere. Der Bayerische Jagdverband macht mobil gegen aggressive, freilaufende Hunde in Wald und Flur – weil es immer mehr davon gibt. Probleme gibt es aber auch in den Ortschaften. Wenn alles gute Zureden nicht hilft, müssen uneinsichtige Hundehalter wissen: Die Jäger dürfen zur Waffe greifen. 

In Bibereck bei Bergkirchen (wir haben berichtet) und in einem Wald im Nachbarlandkreis Erding haben in den vergangenen Tagen umherstreunende Hunde trächtige Rehgeißen gehetzt und getötet. Solche Hunde sind auch für Spaziergänger eine große Gefahr. Die Revierpächter sind alarmiert. Denn immer weniger Hundehalter lassen ihre Vierbeiner an der Leine. 

Der Bayerische Jagdverband geht auf zweierlei Weise gegen solche Hundehalter vor. Zum einen hat er einen Flyer aufgelegt (gibt es unter www.jagd-bayern.de), indem er die Hundehalter eindringlich warnt: „Nehmen Sie Ihre vierbeinigen Freunde besonders in der Brut- und Setzzeit von März bis Juni an die Leine“, so der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes Jürgen Vocke. Und zum anderen geht die Organisation gemeinsam mit der Polizei gegen sie vor – jetzt und in Zukunft. Schließlich geht es neben der zivilrechtlichen Haftung vor allem um Straftaten wie fahrlässige Körperverletzung oder Sachbeschädigung. 

Sicher ist die Verlockung in freier Natur sein Zamperl ungebunden herumsausen zu lassen für Herrchen und Frauchen groß, doch auch in den Ortschaften denken viele gar nicht daran, ihr Tier anzuleinen. 

Diese bittere Erfahrung musste Eva Duda-Mohapel, 54, machen, als sie mit Beagle Mandy, 13, sowie Beagle-Mix Balu, 11, am vergangenen Samstagabend in der Leipziger Straße in Dachau – mit Leinen – Gassi ging. Beim Kindergarten St. Hildegard raste aus dem Nichts ein riesiger Hund auf das Trio zu und packte Balu. Eva Duda-Mohapel zog mit aller Kraft an der Leine, um Balu zurückzuziehen, dabei stolperte sie nach hinten, krachte gegen einen Baum und blieb am Boden liegen. Aus den Augenwinkeln beobachtete die Dachauerin, „wie sich der Angreifer auch noch auf meine Hündin stürzte. Er hat sie total zerlegt“. 

„Erst als Jugendliche meine Schreie gehört haben und die Polizei verständigen, kamen auch die Besitzer des Riesenhundes über die Straße gelaufen“, so die 54-Jährige weiter. Ohne weiteres Zutun griff sich das Pärchen sein Tier – laut Eva Duda-Mohapel ein Dogge-Riesenschnauzer-Mischling – und verschwand in der Nacht. Zurück blieben die durch zahlreiche Bisswunden schwer verletzte Mandy, der weniger malträtierte Balu sowie Eva Duda-Mohapel, die eine Schnittwunde am Finger sowie Prellungen erlitten hat. 

Auch im Fall von Eva Duda-Mohapel ermittelt jetzt die Polizei. Das Bemerkenswerte: Die 54-Jährige kennt das Pärchen und dessen Hund. Denn dieser war vor vier Jahren schon einmal auf Eva Duda-Mohapel losgestürmt. Damals passierte Gott sei Dank nichts. Doch es zeigt eines: Das Kernproblem ist nicht der Hund, sondern die vollkommen uneinsichtigen Halter. 

Die Polizei wird nun versuchen das Pärchen aufzuspüren und die notwendigen gesetzlichen Schritte einzuleiten. 

Bei weiteren Attacken in den Wäldern, auf Wiesen oder Äckern könnte ein weiterer Schritt hinzu kommen. „Der Jäger ist berechtigt, bei Hunden, die sich außerhalb des Einwirkungsbereiches ihres Besitzers befinden und erkennbar Wild nachstellen und dieses gefährden, im Einzelfall von der Schusswaffe Gebrauch zu machen“, so Dierk Sommermann, der Jagdberater des Landkreises Dachau.

Thomas Zimmerly

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