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Im Dunkeln waren die Wilderer unterwegs, oft in Vollmondnächten

Wilderei im Landkreis Fürstenfeldbruck

Kommt einer der Vollmond-Wilderer aus dem Landkreis Dachau?

Dachau/Fürstenfeldbruck – In den Wäldern des Landkreises Fürstenfeldbruck treiben seit Monaten Wilderer ihr Unwesen. Nun hat die Polizei zwei Wohnungen Wohnungen im Landkreis Dachau und Fürstenfeldbruck durchsucht.  Im Fokus der Ermittler stehen zwei junge Deutsche.

Die Tätertraten offenbar bevorzugt in Vollmondnächten in der Dämmerung auf – eine gruselige Vorstellung angesichts der Tatsache, dass sie gefährliche Waffen verwenden. Die Wilderer waren seit Sommer vergangenen Jahres in den südöstlich von Fürstenfeldbruck gelegenen Jagdrevieren unterwegs – das heißt in den Wäldern des Parsberg, bei Germering und bei Puchheim. Die Täter erlegten mit ihren Großkaliber-Waffen Rehe, Fasane oder Wildschweine und transportierten sie unbemerkt ab. Als Motiv vermutet die Polizei pures Gewinnstreben. Denn die Wilderer können die erlegten Tiere zumindest theoretisch an private oder sogar gewerbliche Abnehmer verkaufen. 

Erste Hinweise auf die Vollmond-Bande kamen von Jägern. Sie wunderten sich über nächtliche Schüsse, die sie keinem Kollegen zuordnen konnten. Jäger, so berichtet ein Insider, können sehr genau unterscheiden, wer wann wo schießt und forschen auch untereinander entsprechend nach. Sprich: Die soziale Kontrolle gilt als vergleichsweise hoch. 

Bei der Polizei spricht man von Jagdwilderei in besonders schwerem Fall. Die Beamten gingen davon aus, dass es sich um mehrere Täter handelt. Mitte Januar hatte sich die Polizei mit einem Suchaufruf an die Jägerschaft im Landkreis gewendet. 

Nun kam es zu den beiden Wohnungsdurchsuchungen. Bei der Durchsuchung der Wohnung im Landkreis Dachau unterstützten Dachauer Polizisten die Kollegen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, so ein Sprecher der Dachauer Polizei. In einer der Wohnungen fanden die Beamten eine Kühltruhe voller Wildfleisch. Außerdem entdeckten sie einen Präzisionsbogen, sprich: Pfeil und Bogen. Schusswaffen allerdings fanden die Polizisten in den beiden Wohnungen nicht. Desweiteren entdeckten sie Jagdgeweihe. Nun müssen diverse Daten ausgewertet und Gutachten eingeholt werden, berichtete ein Sprecher der Polizei. Erkenntnisse erhoffen sich die Beamten unter anderem von einem Laptop - möglicherweise finden sich Unterlagen über den Verkauf von Wildfleisch. Die Ermittlungen dauern an. 

Der Fürstenfeldbrucker Kreis-Jagdverband bezeichnete diese Art der Wilderei als beispielloses Phänomen, das man so noch nicht erlebt habe. Die Täter sollen das Wildfleisch verkauft haben. Ein ausgewachsenes Reh bringt auf dem Markt etwa 75 Euro. Teil des Problems: Gerade das Fleisch von Wildschweinen muss vor dem Verzehr genau geprüft werden, weil es Trichinen enthalten könnte, die Menschen sehr gefährlich werden können. Es gilt als äußerst fraglich, ob Wilderer solche Tests vor einem Verkauf durchführen. Im Landkreis Dachau gebe es keine Fälle von Wilderei, so die Polizei. Aber natürlich ist es durchaus möglich, dass die Wilderer versuchen, ihre Beute hier loszuwerden.

dn

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