55 Besucher kamen zur Sitzung des Bauausschusses. rds

Windrad schädigt Umwelt und Entwicklung

Petershausen - Der Petershausener Bauausschuss hat in jüngster Sitzung das Einvernehmen verweigert und die Rückstellung beim Landratsamt beantragt. In der Sitzung reichten für die 55 Besucher die Sitzgelegenheiten nicht aus.

Weil es in der Sitzung des Petershausener Bau- und Umweltausschusses um das gemeindliche Einvernehmen zum Windrad im Weißlinger Holz ging, reichten die Sitzgelegenheiten nicht. Es kamen 55 Besucher.

Der Ausschuss verweigerte das Einvernehmen und beantragte einstimmig die Rückstellung beim Landratsamt. „Wir haben nur einen ganz geringen Spielraum, das Einvernehmen zu verweigern“, sagte Bürgermeister Marcel Fath von den Freien Wählern (FW) gleich zu Beginn der Beratungen zu diesem Thema. Ein Nein zum privilegierten Bauvorhaben eines Windrades könne nur aus Umweltschutz- oder städtebaulichen Gründen gesagt werden. Die Umweltgründe seien deshalb gegeben, weil im Schallschutzgutachten an einigen Messpunkten im Bereich von Kollbach und Weißling die Grenzwerte um einige Dezibel überschritten würden. Dadurch sei die Umweltverträglichkeit nicht gegeben. Auch würde das Landschaftsbild durch das 207 Meter hohe Windrad beeinträchtigt. Generell müssten wegen der Kumulierungseffekte auch die zwei auf Freisinger Landkreisgebiet geplanten Windräder des Bürgerwindparks Weißlinger Holz in die Betrachtungen miteinfließen.

Während Fath die städtebaulichen Gründe nach Rücksprache mit dem Landratsamt nicht als schlagkräftig genug ansah, meinte Günter Fuchs (CSU): „Da haben wir schon eine Möglichkeit, das Einvernehmen zu verweigern. Denn die Entwicklungsmöglichkeiten in unseren Ortsteilen werden dadurch beeinträchtigt.“ Auch sei das im Februar erstellte Vogelschutzgutachten nicht auf die im Sommer hier nistenden Vögel wie etwa den Wespenbussard eingegangen. „Im Bereich des Vogelschutzes müssen wir genauer hinschauen.“ Er beantragte deswegen eine Rückstellung des Projektes.

Generell zwar gegen das Windrad, aber ohne das Argument der Störung des Landschaftsbildes sprachen sich stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Stadler und sein Parteifreund und SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Rolf Trzcinski aus. Stadler: „Jedes Bauwerk stört das Landschaftsbild.“ „Das ist das schwächste Argument“, gab auch Gerhard Weber (CSU) zu bedenken. Josef Mittl (FW) erklärte: „Mir geht es um die Menschen in Kollbach und Weißling. Durch die Abholzung im Weißlinger Holz sollten wohl vollendete Tatsachen geschaffen werden.“

Auch gegen den Namen „Bürgerwindpark“ wandte er sich, denn dann müssten die Bürger gefragt werden und mitmachen. Stadler riet, die Bürger von Wildpoldsried im Allgäu zu fragen, die alle begeistert von ihren Windrädern seien.

Hildegard Weßner (CSU) sprach dagegen von „unserer schützenwerten Heimat“. Fath befürchtete, wenn erst einmal ein Windrad genehmigt würde, seien alle anderen nicht mehr aufzuhalten.

Im Beschluss forderten die Ausschussmitglieder einstimmig, Schall- und Artenschutz müssten noch einmal genau geprüft werden, da hier begründete Zweifel bestünden. Eine Vorbelastung gebe es im Ort nicht. (rds)

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