„Wir hängen am Tropf der Eigentümer“

Petershausen - Thema im Gemeinderat Petershausen waren wieder einmal die Radwege: Die Bürger fordern welche, geben aber ungern Grund dafür her.

Als im Gemeinderat Petershausen die Bürgerversammlungen des vergangenen Jahres besprochen wurden, kamen auch die Radwege wieder zur Sprache. Margarete Scherbaum (FW) wollte wissen, was Sache ist, wie es weitergeht und welche Antworten die Bürger erhalten haben.

Beim Radweg nach Obermarbach sei es schwierig, das erforderliche Grundstück zu bekommen, erklärte Bürgermeister Günter Fuchs (CSU). Für den Radweg zum Pflanzgarten und weiter in Richtung Jetzendorf zur Landkreisgrenze sei nicht die Gemeinde, sondern der Landkreis zuständig, die Sache werde demnächst im Kreistag besprochen. Auch für den Radweg nach Glonnbercha sei die Gemeinde nicht zuständig, aber das werde wohl bald Thema werden: „Wir werden nachfragen“, versprach Fuchs.

Ein „wahnsinnig großes Problem“ beklagte Gerhart Weber (CSU): „Dass zwar Mittel bereitstehen, aber wir können nicht bauen, weil der Grund nicht zu bekommen ist“. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Eduard Meßthaler bedauerte: „Wir hängen am Tropf der Grundstückseigentümer.“ Der Fraktionschef der CSU, Josef Gerer, nahm Fuchs in diesem Zusammenhang in Schutz: „Der Bürgermeister wird von den Bürgern beschuldigt, das Thema nicht mit dem nötigen Nachdruck zu verfolgen - aber die Bürger selber geben keinen Grund her.“ Hier sollten alle zusammenhelfen, um diese Probleme zu lösen. Für die nächste Runde der Bürgerversammlungen riet Gerer dem Bürgermeister, klar die Knackpunkte offenzulegen, wo es hakt.

Fehlende Kostenschätzung für Radlwege und Antworten der Gemeinde an Bürger monierte Andrea Stang, Fraktionsvorsitzende der FW. Verwaltungsleiterin Irene Reichel wehrte sich: „Ich habe versucht, das aufzunehmen, was im Protokoll drin war.“ Bürger haben teilweise schon telefonisch Antworten erhalten oder würden noch Antworten bekommen, sagte Reichel.

Scherbaum berichtete, sie habe einen Rollstuhlfahrer auf der Straße von Petershausen nach Ebersbach gesehen, weil ein Radweg fehle. Das sei hoch gefährlich. Doch Fuchs wies darauf hin, dass Radler und Rollstuhlfahrer besser über Asbach nach Ebersbach fahren sollten: „Das sind gute Wege nach Ebersbach.“ Sein Stellvertreter Wolfgang Stadler (SPD) stieß ins gleiche Horn: „Ich würde nie über die Staatsstraße fahren. Aber über Asbach geht’s wunderbar.“ - „Mit Gummistiefeln vielleicht“, konterte Margarete Scherbaum hartnäckig.

(rds)

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