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"Wir sind schlechter als die anderen"

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Petershausen - Trotz Mehreinnahmen steigen die Schulden der Gemeinde Petershausen. Das wird beim Haushalt 2013 deutlich.

Der Entwurf des aktuellen Petershausener Gemeindehaushalts sieht ein Volumen von 12,030 Millionen Euro vor. Dies sind gegenüber dem Vorjahr 1,412 Millionen mehr. Das geht nur mit neuen Krediten in Höhe von 935.000 Euro. Doch Kämmerer Daniel Stadelmann betonte, auch die Einnahmen seien aufgrund der guten Konjunktur gestiegen.

Fürs laufende Jahr rechnet der Kämmerer mit 1,550 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen und 657 000 Euro Grundsteuereinnahmen. Den Anteil von Einkommensteuer und Einkommensteuerersatzleistungen kalkuliert Stadelmann mit 3,626 Millionen Euro gegenüber 3,376 Millionen 2012. Die Entnahme aus den allgemeinen Rücklagen werde etwas höher ausfallen und diese weitgehend aufbrauchen.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge sah der Sachverwalter der Gemeindefinanzen, die von fast 91 000 Euro auf etwas weniger als 170 000 Euro gestiegenen Schlüsselzuweisungen für Petershausen. Denn das zeige zugleich, „wir sind schlechter als die anderen“. Lieber hätte er keine Schlüsselzuweisungen, aber ein dickes Polster bei den Steuereinnahmen.

Der Schuldenstand wird aufgrund weiterer notwendiger Investitionen am 31. Dezember nach Stadelmanns Plan voraussichtlich bei knapp sechs Millionen liegen. Die Pro-Kopf-Verschuldung erreicht angesichts der Einwohnerzahl von 6178 per 31. Dezember vergangenen Jahres heuer 960 Euro, 90 mehr als 2012. Durch Umschuldungen im Dezember 2012 gelang es ihm, die Zinslast für die Gemeinde weiter zu senken. Er rechnet für 2013 mit einem Gesamtaufwand einschließlich der neuen Kredite von 178 000 Euro. Gegenüber vieler Jahre vorher, nämlich 2002, sei die Zinsbelastung damit um 60 Prozent gesunken und der Schuldenstand um knapp 40 Prozent reduziert. Hatte der Landkreis die ungeliebte Kreisumlage 2011 auf 52,7 Prozent erhöht, soll sie 2013 auf 50,7 Prozent und 2014 auf weniger als 50 Prozent sinken.

Die Personalkosten stellen mit 1,168 Millionen Euro (Vorjahr knapp 1,083 Millionen) laut Stadelmann den zweitgrößten Ausgabeposten im insgesamt fast 8,220 Millionen Euro umfassenden Verwaltungshaushalt dar. 3,810 Millionen beträgt der Vermögenshaushalt, zu dem alle Investitionen gehören. Hier schlägt die Ortskernsanierung mit 790 000, die Schlusszahlung für die Gemeindeverbindungsstraße Asbach-Vierkirchen mit 85 000 sowie die zentrale Jugendbegegnungsstätte nebst Spielplatz an der Jetzendorfer Unterführung mit 112 000 Euro zu Buche. Ein Zuschuss von 20 000 Euro ist für die Containerlösung der Mittagsbetreuung vorgesehen. 300 000 Euro stehen für den Grunderwerb zum dritten Teil der Umgehungsstraße und 870 000 Euro für den Erwerb weiterer Grundstücke im Etat 2013. Auch Petershausen muss an Eon „etwas bluten“, sagte Stadelmann, jedoch bei weitem nicht in dem Ausmaß von Karlsfeld. Über die Höhe schwieg er sich aus.

Der Ausschuss empfahl dem Gemeinderat schließlich einstimmig, den Etatentwurf anzunehmen. rds

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