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Fleißige Einkleiderin: Michaela Finkenzeller verwandelt kleine Mädche n in Schmetterlinge und Prinzessinnen. 

Es fehlen Ehrenamtliche Helfer 

Wird dieser Kinderfestzug am Volksfest der letzte sein?

Der Kinderfestzug am Dachauer Volksfest hat eine lange Tradition. Zu bestaunen gibt es aufwändig dekorierte Wagen und Kinder in liebevoll gestalteten Märchenkostümen. Aber ob es den Kinderfestzug in Zukunft weiterhin geben wird, ist ungewiss, denn es gibt immer weniger ehrenamtliche Helfer.

Dachau – Seit 31 Jahren kümmert sich Heidi Fitzthum nun schon um den Dachauer Kinderfestzug. Dieser findet alle zwei Jahre am Sonntag nach dem offiziellen Volksfeststart statt – heuer am 13. August.

Bunt verkleidete Märchengestalten ziehen dann wieder durch die Dachauer Altstadt: von Rapunzel über Robin Hood bis hin zu Römer und Kleopatra. Ganze 700 Kostüme hat der Verein Kinderfestzug in seinem Repertoire. „Die meisten Kostüme sind selbst angefertigt“, erklärt Fitzthum. Die Arielle-Kostüme beispielsweise hätten sie aber von der alten Ballettschule erhalten, als diese schloss.

Fitzthum hat viel Zeit und Arbeit in den Kinderfestzug gesteckt. Umso unerfreulicher sei es, dass sich immer weniger Ehrenamtliche finden lassen, die bei der Planung und Umsetzung mithelfen. „Das größte Problem haben wir bei der Dekoration und beim Abbau der Wagen. Hier gibt es kaum Freiwillige, die mit anpacken“, beklagt Helferin Michaela Rabe.

Aus diesem Grund mussten bereits drei Wagen gestrichen werden. Die Organisatorinnen finden dies besonders schade, da das Mitfahren auf den Wagen für die Kinder der absolute Höhepunkt sei. So auch für die neunjährige Sina. Sie ist bereits zum dritten Mal beim Märchenumzug dabei: „Es ist mir eigentlich egal, als was ich verkleidet bin, hauptsache, ich komme auf einen Wagen.“

Fitzthums Enkelin Andrea Finkenzeller (14) macht inzwischen schon seit zehn Jahren beim Festzug mit. „Ich mag es einfach, mich zu verkleiden. Es ist toll, wenn man von jedem angeschaut wird und einfach mal im Mittelpunkt steht,“ verrät die Schülerin. Es nehmen zwar auch einige Gleichaltrige am Festzug teil, die Anzahl der kleineren Kinder ist aber höher.

„Die Kleinen sind so süß in den verschiedenen Kostümen, und das Strahlen in ihren Augen zu sehen, ist einfach unbeschreiblich“, schwärmt Michaela Finkenzeller, Mutter von Andrea und Schwiegertochter von Heidi Fitzthum.

Der Renner dieses Jahr ist bei den Mädchen die Eiskönigin und Sterntaler, bei den Jungs Wikinger und Ritter. „Ich bin selbst schon als Kind beim Märchenumzug mitgegangen. Es wäre sehr sehr schade, wenn der Kinderfestzug sterben würde“, sagt Michaela Finkenzeller.

Um das zu verhindern und den traditionellen Märchenumzug weiterhin zu erhalten, sucht Heidi Fitzthum dringend nach Kindern, die mitlaufen und Eltern, die mithelfen. Interessierte können sich hierfür unter Telefon 01 73/ 3 57 33 45 anmelden.

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