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Nicht nur Rechenaufgaben machen den Kindern zu schaffen, sondern auch das soziale Umfeld Schule. Schulbegleitungen können helfen – die Kosten für sie explodieren.

Zahl der Schulbegleitungen im Landkreis Dachau steigt stark an

Immer mehr Schulkinder brauchen Hilfe

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Es gibt immer mehr Kinder, die eine Schulbegleitung brauchen. Die Kleinen haben psychische Probleme und benötigen Unterstützung im Alltag. Die Kosten für die Eingliederungshilfe im Landkreis explodieren. Aber woran liegt das?

Landkreis – Eine Szene, wie sie heute immer wieder vorkommt: mehr als 30 Kinder sitzen in einer Klasse, die Lehrerin hat nicht viel Zeit, um auf jeden Schüler einzugehen. Kinder, die viel Aufmerksamkeit brauchen, gehen unter. Sie tun sich schwer, mitzukommen. Das kann daran liegen, dass die Kinder unter psychischen Störungen leiden: Sie haben Panikattacken, sind schizophren, autistisch oder es fällt ihnen einfach schwer, sich im Unterricht zu konzentrieren. Für diese Kinder gibt es im Landkreis Dachau Schulbegleitungen.   

Sie kümmern sich weniger darum, dass Kinder den Lernstoff beherrschen, sondern: Sie begleiten die Kinder zur Schule, helfen ihnen, mit den Mitschülern klarzukommen, sich im Unterricht zu konzentrieren oder die Hausaufgaben selbst zu meistern.

Die Kosten für die Schulbegleitungen im Landkreis sind in den vergangenen sechs Jahren explodiert: Vor sieben Jahren waren sie noch bei 7700 Euro, für dieses Jahr sind 1,6 Millionen Euro eingeplant. Die Zahl der Kinder, die Hilfe benötigen, steigt. 2010 waren es noch zwei Schulbegleitungen, aktuell sind es 70.

Woran liegt das? Das wollten die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses von Manon Naves wissen. Sie arbeitet im Jugendamt und wählt aus, wer eine Schulbegleitung bekommt. In der Sozialgesetzgebung sei geregelt, dass Kinder, deren seelische Gesundheit von der ihrer Gleichaltrigen abweicht, eine Eingliederungshilfe bekommen, sagt Naves. Denn die psychischen Probleme schließen die Kinder vom gesellschaftlichen Leben aus.

Hinter den Schulbegleitungen stecke der Inklusions-Gedanke. Die Störung des Kindes müsse ein Kinder- oder Jugendpsychologe feststellen. Ob die Kinder eine Schulbegleitung bekommen, sei eine Einzelfallentscheidung. Die Hilfskraft, meist ohne pädagogische Ausbildung und von der Caritas oder dem Malteser Hilfsdienst gestellt, begleitet die Kinder so lange, bis sie in der Schule allein klarkommen. „Im schlimmsten Fall brauchen Kinder von der ersten Klasse bis zum Ende ihrer Schulkarriere eine Begleitung“, sagt Naves’ Kollegin Steffi Weinhold.

Im vergangenen Jahr gab es noch 59 Schulbegleiter, 2017 werden es rund 70 Fälle. Zu den bisherigen Fällen kommen immer mehr neue hinzu. Von den laufenden Fällen beziehen sich 30 auf die Begleitung von Kindern an Grundschulen, 13 an Förderschulen, fünf an Realschulen und acht an Mittelschulen. Außerdem bleiben zwölf Schulbegleitungen aus dem vergangenen Jahr.

Mit der Zunahme der Begleitungen steigen die Kosten. Sylvia Neumeier (SPD) hatte darauf eine klare Antwort: Die Anzahl der psychisch Kranken sei unter den Erwachsenen von 2014 auf 2015 um 15 Prozent angestiegen, und „auch Kinder sind nur kleine Erwachsene“ und blieben vom Leistungsdruck nicht verschont. Es könne nicht sein, dass die Zahl der Schulbegleitungen jedes Jahr um 15 Prozent zunehme, findet Landrat Stefan Löwl. Stephan Batteiger vom Kreisjugendring fragte, was Schulen tun können, um Kinder mit psychischen Störungen besser zu integrieren. Naves’ Antwort: mehr Zweitlehrer, kleinere Klassen und Sozialpädagogen an den Schulen.   

Sebastian Leiß (Freie Wähler) kritisierte, dass die Schulbegleitung einen Einschnitt in die Freiheit des Kindes bedeute. „Für mich wäre es schlimm gewesen, wenn mir immer jemand im Rücken gesessen wäre“, sagte er. Naves indes betonte, dass die Schulbegleitungen vor allem eine Erleichterung für die Kinder sei – nur so lange, bis die Kinder besser klarkommen.

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