Zeuge ernennt sich selbst zum Hilfs-Sheriff

Karlsfeld - Einem tatkräftigen und tapferen Zeugen hat es die Polizei zu verdanken, dass sie eine Unfallflucht noch am selben Tag aufklären konnte. Der Mann stellte sich nicht nur als Zeuge zur Verfügung, sondern beteiligte sich auch an der Fahndung nach dem Fluchtauto.

Am Montagmorgen war ein 43-jähriger Trockenbauer mit seinem Lkw auf der Gartenstraße in Karlsfeld unterwegs. Wegen parkender Autos auf der Gegenfahrspur war die Fahrbahn verengt. Ein entgegenkommender Autofahrer ließ sich davon nicht abhalten, mit unverminderter Geschwindigkeit weiterzufahren. Dadurch streiften sich die Außenspiegel beider Fahrzeuge. Der Außenspiegel des Kleintransporters knallte mit so großer Wucht gegen die Fensterscheibe der Fahrertür, dass diese zersplitterte. Der 43-jährige Fahrer wurde im Gesicht verletzt. Er hielt sofort an, der unbekannte Unfallverursacher nicht, er entfernte sich unerlaubt vom Unfallort.

Ein unbeteiligter Zeuge, der mit seinem Auto hinter dem Lkw gefahren war, bestätigte den Unfallhergang und konnte gerade noch erkennen, wie der Flüchtige mit seinem Auto links in einer Seitenstraße verschwand. Die PI Dachau leitete eine Fahndung ein, an der sich auch der 21-jährige Zeuge beteiligte. Da am Unfallort der Außenspiegel des Verursachers zurück geblieben war, konnte auch gezielt nach einem Ford gesucht werden. Der 21-jährige Hilfs-Sheriff war es schließlich, der das Unfallauto in der Seestraße vor einem Hotel entdeckte. Er rief die Polizei, die Spurenlage war eindeutig - und auch der Fahrer blieb nicht lang verschollen.

Ein 58-jähriger Betriebsleiter kam in Begleitung eines Arbeitskollegen angeschlendert und gab sich als Fahrer des Ford zu erkennen. Der aus Wuppertal stammende Betriebsleiter wurde an Ort und Stelle als Beschuldigter wegen unerlaubten Entfernen vom Unfallort belehrt und vernommen. Der Gesamtschaden an den beiden Fahrzeugen wird auf 750 Euro geschätzt. (pid)

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