KATWARN löst für ganz Nürnberg aus - deutliche Warnung - Rauchsäule über Stadt

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Brennend, glühend, leidend: Janet Bens und Ansgar Wilk im Edith-Piaf-Musical. ink

Die Zuschauer sind süchtig nach der Piaf

Bergkirchen - Die neue Spielzeit hat das Hoftheater Bergkirchen mit dem meistgespielten Stück in seiner neunjährigen Geschichte eröffnet: Das Musical „Edith Piaf - Süchtig nach Liebe“ wurde zum 80. Mal aufgeführt - und war wieder ausverkauft.

Seit 2008 wirken in der siebten Spielzeit Janet Bens in der Titelrolle, Ansgar Wilk in den Rollen der verschiedener Partner der Piaf und der musikalische Leiter Maximilian Müller (Piano) in dem Edith-Piaf-Musical mit - mit dem Text von Sebastiano Meli und Wolfgang Wittig in der Inszenierung von Herbert Müller. Sie als eingespieltes Team demonstrieren, wie es gelingt, dass der Zauber der legendären französischen Chansonsängerin Edith Piaf (1915-1963) ungebrochen ist. „Wir können auf die kleinste Kleinigkeit reagieren“, sagt Janet Bens und fügt hinzu: „Man muss jeden Abend so spielen, als wäre es das erste Mal. Die Piaf singen und spielen zu dürfen, macht mir nach wie vor großen Spaß.“

Wenn die Sängerin in ihrem schlichten, schwarzen Kleid von der Seite den Zuschauerraum betritt und inbrünstig „Non, je ne regrette rien“ (Nein, ich bereue nichts) anstimmt, zieht sie die Zuschauer sofort in ihren Bann. Das lebenslange Ringen der Künstlerin, das vom Ende her aufgerollt wird, nimmt seinen Lauf.

Die Karriere begann auf der Straße, und der große Durchbruch gelang durch ihren Entdecker Louis Leplée. Damit kommt Ansgar Wilk ins Spiel, der als liebevoller Ehemann Theo Sarapo den großen Star, der die Welt zu Füßen liegt, in den letzten Lebensjahren begleitet, stützt und ihn dennoch nicht retten kann. Der Lebenshunger und die Sehnsucht nach Liebe und Erfolg sind riesengroß. Todkrank bricht die Piaf schließlich während eines Auftritts auf der Bühne zusammen.

„Brennend und glühend“, wie es von der Piaf heißt, gibt Janet Bens die großen Glücksgefühle und die traurigen Momente auf ergreifende Weise wieder. Ansgar Wilk reagiert auf die Gefühlsausbrüche mit großer Wandlungsfähigkeit. Er leidet, wenn Edith in ihm ihren einstigen Geliebten, den Boxer Marcel Cerdan, sieht, und strahlt große Lebensfreude aus, wenn er den weltberühmten Titel „C’est si bon“ von Yves Montand singt. Andere Töne schlägt er an in dem von der verblassenden Liebe handelnden Chanson von Charles Aznavour „Du lässt dich gehn“.

Maximilian Müller am Piano fühlt sich empfindsam in das Geschehen ein und setzt die musikalischen Akzente.

Die Handlung spielt sich vor und hinter dem transparenten Vorhang mit warmen dunkelroten Rosenmotiven ab. Damit hat Ulrike Beckers einen Raum „davor und dahinter“ geschaffen und bezweckt damit, wie sie sagt, durch die jeweilige Beleuchtung eine „lebendige und lebensfrohe oder desillusionierende und abweisende Wirkung“, die die Höhen und Tiefen anzeigt. „Rosenrot“ ist das Leben nicht, wie der Text in „La vie en rose“ verheißt. Nach dem Riesenapplaus des Publikums sang Janet Bens als Zugabe noch einmal hinreißend und losgelöst „Milord“, das wohl berühmteste Chanson der Piaf, das ihre glücklichen Augenblicke widerspiegelt und zugleich die Frage aufwirft: „Warum schenkt uns das Leben so viel Glück, um es uns wieder zu nehmen?“

Das Glück für die Zuschauer kann sich am Donnerstag, 23. Oktober, um 20 Uhr im Hoftheater Bergkirchen wiederholen, wenn die 81. Vorstellung des Musicals angesagt ist. Da ein Ende nicht abzusehen ist, könnte der Erfolg bis Dezember 2015 anhalten, wenn Edith Piafs 100. Geburtstag ansteht.

(ink)

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