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Alle schauen auf Rosi: Für Marcus H. Rosenmüller (l.) steht fest: „Die Asylbewerber müssen am Dorfleben teilnehmen, sie müssen eingebunden werden.

130 Besucher beim Stammtisch der CSU Hebertshausen

Zuversicht und ein offenes Ohr für die Ängste

Ein Asylbewerber, ein paar Politiker, eine Hebertshauserin und ein Regisseur – Redner mit Leidenschaft und Herz, mit verschiedenen Meinungen und ein bisschen Heiterkeit. Rund 130 Interessierte kamen am Sonntag zum CSU-Stammtisch ins Ampermochinger Sportheim, um der Diskussion über „Asyl – Chancen und Ängste“ zu folgen.

Das Sportheim Ampermoching war voll besetzt. Kein Wunder: Auf dem Podium saßen sorgfältig ausgewählte Teilnehmer, für jeden Bereich, den das Thema betrifft, gab es einen Vertreter: Gaby Wiche für die Bürger, Peter Barth für den Helferkreis Asyl, Josef Sonko für die Asylbewerber, Bürgermeister Richard Reischl, Landrat Stefan Löwl, Martin Neumeyer, Integrationsbeauftragter der Regierung für die Politik. Und dann war da noch der eine prominente Gast, von dem man zuerst nicht so recht weiß, was er dazu zu sagen hat. Regisseur Marcus H. Rosenmüller, der sich beim Verein „München ist bunt“ für Flüchtlinge engagiert, beschrieb, was in seinen Augen wichtig ist, damit uns die Fremden vertraut werden. 

Rosenmüller stammt aus Hausham, wo viele Gastarbeiter im Kohlebergwerk arbeiteten. „Ich bin mit vielen Türken aufgewachsen“, erzählt er. „Das waren meine Spezln.“ Er ist zuversichtlich, dass es eine Lösung geben wird: „Ich glaube an die Humanität und Menschlichkeit.“ 

Das ist es auch, was Richard Reischl antreibt: Er kämpft gegen Vorurteile und Gerüchte, die sich in sozialen Netzwerken verbreiten, klärt unermüdlich auf, integriert Flüchtlinge etwa als Mitarbeiter der Gemeinde. „Ich kann den Satz nicht mehr hören, dass Asylbewerber mehr Geld kriegen als Hartz-IV-Empfänger“, sagte Reischl. Deswegen hat er auch im Vorfeld des Stammtischs auf fünf Seiten zusammengefasst, wer wieviel erhält, mitsamt Gesetzen, Erklärungen und Tabellen. Reischl will den Dialog, will Sorgen und Ängste der Bürger ansprechen. 

Deswegen der Stammtisch, und deswegen auch Gaby Wiche: Die Hebertshauserin hat manchmal Angst, und sie hat sich in die „Höhle des Löwen“ gewagt, so Moderator Clemens von Tebra-Lindenau, CSU-Ortschef. In Hebertshausen fühlt sich Wiche definitiv sicher: „Hier stimmt das Verhältnis. Aber in München ist das anders, da fühle ich mich manchmal fremd im eigenen Land.“ Neumeyer will die europäischen Staaten in die Pflicht nehmen, genauso wie Australien, Amerika, die ganze Welt. Er besteht aber auch darauf, dass Flüchtlinge, die aus wirtschaftlichen Gründen kommen, abgeschoben werden. 

So wie Josef Sonko, Hebertshauser Asylbewerber, er macht eine Konditorausbildung. „Mein Traum ist es, hier zu bleiben“, sagt er. Aber er kommt aus dem Senegal, einem sicheren Drittland laut Asylrecht. In der Fragerunde berichtete eine FOS-Schülerin, deren Turnhalle in Unterschleißheim mit Asylbewerbern belegt ist, dass viele ihrer Mitschüler Ängste haben. Sie bat die Politiker, sich in den Schulen noch mehr zu engagieren, damit solche Ängste gar nicht erst aufkommen. Reischl zumindest will noch mehr in seiner Gemeinde tun: Er überlegt, regelmäßige Treffen anzubieten, bei denen Bürger ihre Ängste äußern können.

Ein ausführlicher Bericht folgt.

Nikola Obermeier

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