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Westlich der Münchner Straße in Karlsfeld soll sich Gewerbe ansiedeln. Foto: Habschied

Zwei neue Gewerbegebiete

Karlsfeld - Die Gemeinde Karlsfeld entwickelt zwei neue Gewerbegebiete: westlich der Münchner Straße und an der Gemeindegrenze zu Dachau.

Der Karlsfelder Gemeinderat hat am Donnerstagabend eine Frage beantwortet, die Karlsfeld seit vielen Jahren umtreibt: Wo soll neues Gewerbe entstehen? Gegen die Stimmen der fünf Bündnis-Gemeinderäte entschied das Gremium, dass die Standorte westlich der Münchner Straße und im Norden des Gemeindegebiets an der Grenze zu Dachau gleichzeitig entwickelt werden sollen.

In der Ortsmitte an der Münchner Straße, zwischen Lidl und den neuen Märkten, soll auf etwa 4,1 Hektar ein Mix aus Wohnen und kleinteiligem Gewerbe entstehen. Großflächiges Gewerbe soll an der Schleißheimer Straße Platz finden. Dort stehen rund 9,2 Hektar zur Verfügung, die Flächen gehören großteils der Gemeinde, was die Entwicklung und Verwertung enorm erleichtert.

Im Jahr 2010 wurde dieser Standort im Regionalen Grünzug in einem Bürgerentscheid abgelehnt. Im Verlauf der langen Debatte um dringend benötigte neue Gewerbeflächen kehrte er jedoch zurück in den Fokus, wenn auch mit Verzicht auf den Teilbereich am Tiefen Graben. CSU, SPD und Anton Flügel von den Freien Wählern sind hier einer Meinung: Es gebe keine Alternative, argumentierte die Mehrheit im Gemeinderat.

Das Bündnis für Karlsfeld blieb in der Sitzung am Donnerstag erwartungsgemäß bei seinem Nein zu Gewerbeflächen an der Schleißheimer Straße. „Der Regionale Grünzug ist unantastbar“, sagte Fraktionssprecherin Mechthild Hofner. Ein Eingriff hätte vor allem klimatisch starke negative Auswirkungen. Ihr Fraktionskollege Adrian Heim sagte: „Wenn wir dort jetzt anfangen, ist das ein Türöffner. In 20, 30 Jahren gibt es dort keinen Grünzug mehr.“

Allerdings kündigte Heim diesmal keinen Widerstand an. In der Mai-Sitzung hatte der Bündnis-Gemeinderat noch erklärt, dass die Bürgerinitiative immer noch aktiv sei, „es wird wieder einen Bürgerentscheid geben“.

Die Mehrheit im Gemeinderat drängt hingegen auf eine schnelle Entwicklung der neuen Gewerbeflächen. Zum einen, um den vielen Anfragen von Unternehmen nachkommen zu können, die sich in Karlsfeld ansiedeln wollen, zum anderen, wegen der daraus resultierenden Gewerbesteuereinnahmen. „Wir brauchen diese Einnahmen, um unsere Aufgaben erfüllen zu können und um unsere Schulden einzugrenzen“, sagte Dr. Andreas Froschmayer (CSU).

Der Gemeinderat folgte mit seiner Entscheidung einer Empfehlung des Stadtplaners Frank Becker-Nickels. Der Fachmann hatte die beiden Standorte untersucht. Sein Ergebnis verkündete er im Mai: „Karlsfeld braucht beide Standorte.“ Zu dieser Überzeugung kam zuletzt auch der Arbeitskreis Gewerbeenwicklung. Dort trafen sich in den vergangenen Monaten alle am Thema Interessierten. Der Gemeinderat wollte über die so wichtige Frage nach neuen Gewerbestandorten nicht ohne die Beteiligung der Karlsfelder Bürger befinden.

(tol)

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