So ehrgeizig wie die Großen: Nicht nur erwachsene Läufer gehen in Karlsfeld an den Start. 2011 startete auch die sechsjährige Regina Jungwirth beim Kinderlauf. Foto: Kramer

Zwischen Routine und Nervenkitzel

Karlsfeld - Roland Gaube ist einer der Organisatoren des 35. Karlsfelder Seelaufs. Sein Team ist der Grund, warum er Ruhe bewahrt.

In gut zwei Wochen ist es wieder so weit. Am Sonntag, 16. September, kommen am Karlsfelder See wieder zahlreiche Läufer aus dem Landkreis und dem Münchner Umland zusammen - um beim Seelauf an den Start zu gehen. Inzwischen zum 35. Mal. Die Leichtathletik-Abteilung des TSV ist routiniert, was die Vorbereitung angeht. Und trotzdem sind die letzten Tage vor dem Start immer besonders spannend. Doch der stellvertretende Abteilungsleiter Roland Gaube bewahrt Ruhe - weil er weiß, dass auf sein Team Verlass ist.

-Wieviele Anmeldungen haben sie bereits für den Seelauf 2012?

Inzwischen sind es 140.

-Ist das gut?

Zwei Wochen vorher ist das normal.

-Jedes Jahr nehmen auch viele auswärtige Läufer teil.

Ja, das ist dieses Jahr auch so. Es haben sich nicht nur Läufer aus Karlsfeld und Dachau angemeldet, sondern auch aus München und der weiteren Umgebung, wie Augsburg.

-Wieso ist der Karlsfelder Seelauf für Auswärtige so attraktiv?

Es ist inzwischen eine bekannte Veranstaltung. Wir haben viele Stammläufer von auswärts. Sie kennen auch unsere anderen Lauf-Veranstaltungen. Der Karlsfelder Seelauf ist so beliebt, weil die Strecke entlang des Sees sehr schön ist. Wir kriegen jedes Jahr sehr positives Feedback - vor allem für die Organisation.

-Wie viele Helfer sind im Hintergrund aktiv?

Zum Vorbereitungsteam gehören rund zehn Leute. Beim Seelauf selbst sind es natürlich wesentlich mehr, etwa 100.

-Wann beginnen Sie mit der Vorbereitung?

Eigentlich direkt nach dem Seelauf im Vorjahr. Wenn die Veranstaltung abgeschlossen ist machen wir uns eigentlich sofort wieder neue Gedanken. Zunächst über den Termin. Und darüber, was wir im nächsten Jahr besser machen können, oder was vielleicht noch nicht optimal gelaufen ist. In die heiße Phase geht es dann im Frühjahr. Wenn es um die Preise und die Ausschreibung geht. Ab Juli geht es dann um die Details. Dann werden beispielsweise die Aufgaben genau verteilt.

-Den Seelauf gibt es schon 35 Jahre. Wie routiniert sind die Helfer mittlerweile?

Es ist Routine da. Schließlich richten wir den Seelauf heuer zum 35. Mal aus. Das ist eine lange Zeit. Aber wir müssen uns natürlich immer wieder neue Dinge einfallen lassen. Letztes Jahr haben wir zum Beispiel die T-Shirts eingeführt und die Strecke geändert. Wir können nicht immer nur alte Muster wiederholen.

-Was passiert nun noch in letzten Tagen vor dem Start?

Wir müssen die Helfer zusammentrommeln. Das sind ja alles Freiwillige. Das Problem ist, niemand will drei Monate vorher fest zusagen. Deshalb läuft das ziemlich kurzfristig - und ist ein wenig nervenaufreibend. Außerdem muss die Verpflegung eingekauft werden. Die T-Shirts sind zwar fertig, müssen aber noch abgeholt werden. Dann steht die Detailbesprechung an. Wir haben die Organisation in mehrere Sub-Teams untergliedert. Einige kümmern sich um die Strecke, einige um die Anmeldungen. Neue Teammitglieder müssen noch angewiesen werden.

-Gab es in den vergangenen Jahren Pannen?

Natürlich. Kleinere oder größere. Meistens bekommt das außen niemand mit. Einmal hatten wir beispielsweise mit der Zeitnahme Probleme. Wir sind dabei einfach auf die Disziplin der Läufer angewiesen. Wenn einer ohne Startnummer ins Ziel läuft, kann er uns ganz schön Probleme bereiten und die ganze Zeitnahme vermasseln. Das ist sehr aufwändig zu korrigieren - und es verzögert die Siegerehrung.

-Sie setzen bei der Zeitnahme auf modernste Technik. Wie viel Zeit vergeht, bis die Ergebnisse feststehen?

Mittlerweile brauchen wir nur noch eine Stunde. Das ist kaum noch zu toppen.

-Wann können die Helfer feiern?

Erst am späten Sonntagnachmittag. Wenn alle Läufer im Ziel sind, alle Ergebnisse hängen und alles wieder abgebaut ist. Der Abbau dauert fast genauso lange wie der Auffbau.

-Das heißt, es kann sein, dass auch Karlsfelder, die nicht mitgelaufen sind, mit Muskelkater nach Hause kommen?

Das kommt bestimmt vor.

-Wie gut schlafen Sie die letzten Nächte vor dem Lauf?

Ich selbst schlafe sehr gut. Abteilungsleiter Manfred Gimbel erzählt immer, dass es bei ihm nicht so ist. Ich kümmere mich um das Anmeldeteam, wir sind sehr gut eingespielt. Wenn ich meine Leute im Anmeldeteam zusammen habe,dann sind wir bei dieser Teilaufgabe schon fast über den Berg und es kommen kaum mehr Pannen vor.

(kwo)

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