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Beim zweiten Angebot konnte Louis Naughton nicht mehr ablehnen

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Von: Andreas Mayr

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Sprung nach oben: Louis Nauthon aus Penzberg läuft künftig für Medi Bayreuth auf.
Sprung nach oben: Louis Nauthon läuft künftig für Medi Bayreuth auf. © Andreas Mayr

Louis Naughton will im Basketball noch einiges erreichen - aber nicht um jeden Preis. Ein erstes Angebot aus Bayreuth lehnte er ab. Dann aber änderten sich die Rahmenbedingungen.

Penzberg – Louis Nauthon war schon immer ein Mensch mit Anstand. So auch bei seinem letzten Akt in Murnau. Jeden Mitspieler unterrichtete er persönlich am Telefon über seinen Abschied vom ESV Staffelsee, der noch in den Tagen zuvor nicht vorherzusehen war. Aber im Basketball, auf der Schwelle zum Profitum, geht es mitunter schnell. Kurz vor den Herbstferien meldete sich Bundesligist Medi Bayreuth und unterbreitete dem Penzberger ein Angebot, das dieses Mal nicht abzulehnen war.

Basketball: Vor seiner Entscheidung erstellte Naughton eine Pro- und Contra-Liste

Die Oberfranken boten ihm ein Zimmer, einen Platz in der Schule sowie die Möglichkeit, für ihr U19-Team (Zweite Nachwuchs-Bundesliga) und die Profi-Reserve in der Regionalliga aufzulaufen. „Ich hab’ nicht sofort zugesagt“, erklärte der 18-Jährige. Mit seiner Mutter habe er sich erst hingehockt und eine Pro- und Contra-Liste erstellt. Am Ende haben sie die Argumente für den Wechsel mehr gewichtet.

Basketball: Bei einem Testspiel überzeugt Louis Naughton die Bayreuther

Natürlich kommt die Offerte aus Oberfranken nicht zufällig. Bereits im Sommer hatte Bayreuth die beiden ESV-Spieler Nauthon und Jeremias Wellekamp vorspielen lassen. Viele Eindrücke von damals verfestigten sich beim Penzberger Aufbauspieler. „Erstmal wow – wegen der großen Halle mit Kraftraum und dem Training“, beschreibt er seinen ersten Moment. Beim Testspiel gegen Jena glänzten er und sein Spezl Wellenkamp direkt als Top-Scorer. Sportlich hätte es gepasst, für die Rahmenbedingungen galt das nicht. Während der Murnauer sich schon zuvor für ein Freiwilliges Soziales Jahr samt WG-Zimmer entschieden hatte, hätte Nauthon selbst eine Wohnung finanzieren müssen. Bei all dem Enthusiasmus und der Liebe zum Basketball war dieser Preis dann doch zu hoch. Nun aber hat sich in Bayreuth einiges getan. Spieler gingen, weil sie sich einer Impfung verweigerten, berichtet Nauthon. Zudem erwies sich das Jugendteam in der NBBL 2 nur als bedingt konkurrenzfähig. Offenbar hat Wellenkamp vor Ort genug für seinen Freund Lobbyarbeit geleistet. Jedenfalls hielten die Bayreuther die Nachverpflichtung des ESV-Talents für notwendig.

Basketball: Naughton trainiert in Bayreuth jetzt unter Profi-Bedingungen

Bayreuth ist jetzt Nauthons neue Heimat. Dort besucht er ab sofort die zwölfte Klasse der Fachoberschule (FOS) und zieht neben Wellenkamp in die Basketball-WG mit ein, bis eine eigene Wohnung frei wird. Für ihn eröffnet der Wechsel basketballtechnisch neue Möglichkeiten. Bis zum Ende der Saison trainiert der Penzberger unter Profi-Bedingungen. Zum Regionalliga-Team gehören einige Spieler mit Kontrakten für die Erstliga-Mannschaft. Während er in Murnau nach drei Jahren in den Kreis der Spitzenspieler aufgestiegen war, reiht er sich nun in der Hierarchie unten ein. „Man muss sich reinarbeiten“, betont der Aufbauspieler, der als exzellenter Verteidiger bekannt ist.

Basketball: Naughton will Erfahrungen auf Top-Level sammeln

Sein Spezl aus Murnau hat kürzlich eine erste Einschätzung samt Lagebericht weitergegeben. „Er sagt, dass ich in der NBBL mithalten kann und gut ins System passe.“ Gut, Verteidiger von seiner Güte sind stets gefragt im (semi-)professionellen Basketball. So dürfte sich Nauthon früh auch Minuten bei den Männern erkämpfen. Ihm geht es um Erfahrungen auf Top-Level und die Entwicklung (gerade auch physisch). Ob der Weg dann einmal in den Bezahlsport führt, will und kann er nicht prognostizieren. „Wenn’s die Möglichkeit gibt, nehme ich die natürlich.“ Im Zentrum steht Nauthons Lust an diesem Sport. „Basketball auf hohem Niveau macht mir so viel Spaß, das ist so eine Freude.“

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