Die ersten Kostüme für die Bajuwaren-Zeit sind schon fertig. Foto: ez

1200 Jahre Pliening: Kein Klamauk, sondern Geschichte

Pliening - In gut zwei Wochen wird die 1200 Jahre alte Geschichte der Gemeinde Pliening lebendig dargestellt: beim großen historischen Festzug am Sonntag, 16. Juni. Daran teilnehmen werden mehr als 300 Bürger.

Auch wenn das verlängerte Festwochenende vom 13. bis zum 17. Juni viel Spaß mit sich bringen wird, stellt Franz Burghart eines klar: „Der Festzug soll kein Klamauk- und Faschingszug sein.“

Der 59-jährige aus Ottersberg bildet zusammen mit Bürgermeister Georg Rittler sowie Roland Frick, Martin Eberl, Pfarrer Norbert Joschko, Anni Wachinger, Willi Kneißl, Michael Glas, Florian Hofner und Max Huber den Festausschuss für das Jubiläumsjahr.

Jeder ist für bestimmte Veranstaltungen verantwortlich, Franz Burghart ist Chef-Organisator des historischen Festzuges am Sonntag, 13. Juni. „Mehr als 300 Teilnehmer aus Vereinen, Organisationen und aus dem Wirtschaftsleben der Gemeinde Pliening sowie von der Schule und den Kindertagesstätten machen mit“, sagt Burghart; in seinen Worten schwingt großes Lob mit.

„Die Zusammenarbeit läuft super; auch an diesem Festzug merkt man, wie gut das Miteinander und das Leben in der Gemeinde funktionieren“, fügt er hinzu. Das sei schon bei den bisherigen Veranstaltungen, bei denen sich niemand vorm Mithelfen gedrückt habe, so gewesen.

32 Bilder werden im Festzug zu sehen sein, „jedes Bild stellt eine Epoche dar“, erklärt Burghart. Los geht’s in der Hallstatt- und Steinzeit. „Grundlage hierfür sind die Funde aus jener Zeit, die Archäologen in der Gemeinde Pliening entdeckt haben.“ Mit Hilfe von Heimatforscher Willi Kneißl habe der Festausschuss die einzelnen Zeitabschnitte festgelegt, danach ist Burghart damit zu den Vereinen und Organisationen gegangen mit der Bitte, sich eine Epoche auszusuchen. Das letzte Bild wird die Wirtschaftswunder-Zeit der 1950er- und 60er-Jahre sein.

„Jeder Verein ist für sein Bild selbst verantwortlich“, betont Franz Burghart. Die Elterninitiative Pliening (EIP) beispielsweise stellt die Zeit der Bajuwaren dar.

„Viele fleißige Helfer stellen derzeit die Kostüme her, die Kinder sind eifrig am Basteln“, berichtet Brigitte Freund von der EIP. Die Schüler, die in die Mittagsbetreuung der EIP gehen, haben sich sogar bei einem Ausflug in das Bajuwarendorf Kirchheim über die Urväter Plienings informiert.

Am frühesten mit den Vorbereitungen dran dürften die Ottersberger gewesen sein: Die Dorfgemeinschaft hat schon vor Weihnachten erstmals einen Probedurchlauf durch einige ihrer Straßen gemacht.

Für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stellt das Kieswerk Ebenhöh zwei Lastwagen aus den 1960er-Jahren zur Verfügung. „Außerdem wird eventuell ein Motorrad aus den 50er-Jahren mitfahren“, verrät Burghart, dem eines ganz wichtig ist: das jede Epoche originalgetreu nachgestellt wird - so gut es eben geht.

Sollten sich Vereine schwer tun, Kostüme und Bauwerke zu finanzieren, steht ein Geldtopf der Gemeinde Pliening zur Verfügung. „Bei Bedarf können die Vereine und Organisationen zu uns kommen“, sagt die Geschäftsführerin im Rathaus, Gabriele Jung, in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Georg Rittler.

Allerdings seien die finanziellen Mittel der Gemeinde nicht grenzenlos. Obwohl bislang eine stattliche Anzahl an Spenden im Rathaus eingegangen sind, die für allerlei Ausgaben während des Festjahres (zum Beispiel für den Sicherheitsdienst im Festzelt) verwendet werden sollen. Laut Verwaltung liegen im Spendentopf aktuell 17075 Euro.

Armin Rösl

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