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In den Hauptverkehrszeiten wird’s eng am Poinger Bahnhof und in den Zügen. foto: dz

S 2-Ost: Verkehrsminister Zeil will längere Züge einsetzen

Poing - Bayerns Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Zeil macht den Gemeinden entlang der S 2-Ost Hoffnung auf mehr Platz in den Zügen. Das geht aus einem jetzt veröffentlichten Brief hervor.

Neben der Flughafenlinie S 8 gehört die S 2-Ost, vom Ostbahnhof bis Markt Schwaben, zu den nachfragestärksten Linien im östlichen S-Bahnnetz. Das hat das bayerische Wirtschafts- und Verkehrsministerium erkannt und bestätigt dies in einem Brief, der jetzt an die Bürgermeister der Gemeinden Aschheim, Kirchheim, Poing und Markt Schwaben verschickt worden ist. Diese Kommunen kämpfen seit Jahren für eine Verbesserung der Bahnhöfe und der Situation in den Zügen, vor allem zu den Hauptverkehrszeiten.

In dem Schreiben, das unserer Zeitung in Auszügen vorliegt, betont Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP): "Der Freistaat Bayern ist bemüht, zusammen mit der Deutschen Bahn nach Lösungen zu suchen, um die Fahrzeuganzahl bei der Münchner S-Bahn zu erhöhen. Sollte hier eine tragbare Lösung gefunden werden, sehe ich die Chance, dass bei der S 2 besonders hoch ausgelastete Züge vom Vollzug zum Langzug ergänzt werden könnten."

Im nächsten Satz versetzt Zeil jedoch der Hoffnung auf eine schnelle Umsetzung einen Dämpfer: "Die Gespräche mit der Deutschen Bahn laufen hierzu, jedoch liegt derzeit noch kein konkretes Angebot vor, weder über die Fahrzeuganzahl noch über die finanziellen Rahmenbedingungen."

In Sachen 20-Minuten-Takt, den die Bürgermeister von Aschheim, Kirchheim, Poing und Markt Schwaben aufgrund der hohen Anzahl von Pendlern ihrer Gemeinden gerne auf einen 10-Minuten-Takt verdichtet sehen möchten, hält sich Zeil in dem Brief zurück. Zunächst weist er darauf hin, dass für die S 2 ein 15-Minuten-Takt eingeführt werden könnte, wenn die zweite Stammstrecke gebaut ist. "Der von Ihnen (den Bürgermeistern, die Red.) geforderte 10-Minuten-Takt setzt voraus, dass der Abschnitt zwischen Riem und Markt Schwaben viergleisig gebaut wird", schreibt der Verkehrsminister. Zwar setze sich der Freistaat Bayern hierfür ein und habe die Maßnahme für den Bundesverkehrswegeplan 2015 eingereicht, jedoch liege die Verantwortung hierfür beim Bund, informiert Zeil.

Unabhängig von den Plänen des Verkehrsministers will die Gemeinde Poing lieber heute als morgen eine neue Bahnunterführung bauen, die dann auch barrierefrei sein soll. Seit Jahren beschäftigen sich Gemeindeverwaltung und Gemeinderat mit dem Projekt, welches immer wieder von der Deutschen Bahn ausgebremst wurde. Was die Verlautbarungen Zeils nun für die Unterführung in Poing bedeuten, darüber muss der Gemeinderat diskutieren.

Auch die Ankündigung Zeils, dass der Poinger Bahnhof bis 2018 barrierefrei ausgebaut werden soll (hierzu hat der Ministerrat ein Ausbauprogramm beschlossen), dürfte im Gemeinderat noch für Gesprächsstoff sorgen.

von Armin Rösl

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