Eine Klinikmitarbeiternin zieht den Impfstoff für eine Impfung auf eine Spritze.
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200 Menschen werden in nächster Zeit pro Tag weniger geimpft werden können. (Symbolfoto).

Astrazeneca-Stopp trifft den Landkreis hart

Impf-Schock: Pro Tag kommen im Landkreis Ebersberg 200 Menschen weniger an die Reihe

  • Michael Acker
    vonMichael Acker
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Die Entscheidung der Bundesregierung, die Corona-Schutzimpfungen mit dem Präparat von Astrazeneca vorerst auszusetzen, trifft auch den Landkreis Ebersberg hart. Pro Tag werden 200 Menschen weniger geimpft.

Landkreis - Wie der ärztliche Koordinator im Landkreis, der Ebersberger Internist Marc Block, der EZ sagte, verzögere sich dadurch der Impfstart in den Pilotpraxen. Es war geplant, dass am kommenden Montag, 22. März, in einer Praxis die erste Corona-Impfung verabreicht wird. Daraus werde nun nichts, sagte Block.

Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa halte das Paul-Ehrlich-Institut weitere Untersuchungen für notwendig, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag in Berlin mit.

Liam Klages, Chef des Ebersberger Impfzentrum, sagte auf Anfrage, dass damit in nächster Zeit wohl rund 200 Personen weniger pro Tag geimpft werden könnten. Für Dienstag, 16. März, sind dem Landkreis Ebersberg 700 Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs angekündigt. „Ich gehe davon aus, dass diese Lieferung auch kommt,“ sagte Klages. Für diese Dosen seien aber noch keine Termine mit Impfwilligen ausgemacht worden. Lediglich 15 Termine für diesen Dienstag hätten abgesagt werden müssen.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach von sieben berichteten Fällen bei bislang 1,6 Millionen Erstimpfungen mit Astrazeneca in Deutschland. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA werde entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken, sagte der Minister weiter. Er hofft auf eine Entscheidung noch in dieser Woche. Der vorläufige Stopp betreffe sowohl die Erst- als auch Zweitimpfungen. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte Spahn. 

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