Dieser Funkmast bei der Ebersberger Polizei soll gegen einen 30 Meter hohen Masten ausgetauscht werden. sro

30-Meter-Funkmast soll ins Wohngebiet

Ebersberg - Es gibt in Ebersberg einen Grundsatzbeschluss des Stadtrates, „dass Funkantennen auf dem Aussichtsturm aufgestellt werden können“. Das gilt auch für den umstrittenen Behördenfunk. Kann die Stadt von so einer Willenserklärung jetzt einfach abrücken?

Bislang waren in Ebersberg alle davon ausgegangen, dass der umstrittene Behördenfunk auf den Aussichtsturm kommt. Das wurde auch von der Firma Telent bisher so kommuniziert, deren Firmenvertreter Klaus Voichtleitner am Rande einer Brucker Gemeinderatssitzung neulich noch bestätigt hatte: „Standort ist der Aussichtsturm.“ Jetzt ist offensichtlich alles anders: „Ich weiß es selbst erst seit kurzem“, räumte Bürgermeister Walter Brilmayer am Freitag auf Anfrage der Ebersberger Zeitung ein, dass dieser Standort möglicherweise Makulatur ist. Denn die Regierung von Oberbayern hat einen billigeren ausgemacht, einen, dessen Grund bereits dem Staat gehört, der sich aber mitten in der Wohnbebauung befindet: Auf der Tagesordnung für die nächste Sitzung des Technischen Ausschusses am 9. Februar bittet der Freistaat um „Zustimmung zur Errichtung eines Basisstandortes für den Digitalfunk BOS auf dem Grundstück der Polizei Ebersberg.“ „Bis vor ein paar Tagen bin ich noch davon ausgegangen, dass das auf den Aussichtsturm kommt“, sagt Brilmayer überrascht.

In Zorneding, Kirchseeon und Bruck hatte es erhebliche Diskussionen unter den Bürgern gegeben, die der verordneten „Portion Zusatzbestrahlung“ sehr kritisch gegenüber stehen. Die Debatte in der Kreisstadt dazu blieb aus – unter anderem auch deswegen, weil es sozusagen schon „Ausführungsbestimmungen“ für die Errichtung auf dem Aussichtsturm gab: Die neue Antenne und vor allem deren Zusatzeinrichtungen wie Rohre, Verteiler und Wartungskästen sollten „aussichtsturmverträglich“ errichtet werden, wurde die Öffentlichkeit informiert und so beruhigt. Gilt das nicht mehr?

Am Freitag meinte Brilmayer dazu: „Da werden wir schon sehr gute Argumente finden müssen, um das abzulehnen.“ Wie Marco Weisheit von der Stadtverwaltung informierte, soll die Behördenfunkantenne auf einem 30 Meter hohen Masten installiert werden, der dazu neu errichtet werden muss. Der alte, etwa 20 Meter hohe Mast werde zurückgebaut. „Eine Zeitlang werden sogar beide Masten parallel stehen“, fürchtet Weisheit.

Wie Brilmayer informierte, sei in diesem Fall Genehmigungsbehörde die Regierung von Oberbayern und nicht das Landratsamt. Mit dem Digitalen Funk werden Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Katastrophenschutz und Zoll vernetzt. „Bei der Polizei und am Bahnhof haben wir bereits einen Masten, nur ist das bisher keinem aufgefallen“, sagt der Bürgermeister beschwichtigend. Die Stadt werde aus städtebaulicher Sicht zu der Errichtung befragt und könne lediglich eine Stellungnahme abgeben. In anderen Gemeinden des Landkreises wurde um die Standorte der Funkmasten für den Behördenfunk hart gerungen.

Von Michael Seeholzer

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