Weg für 40-Meter-Masten ist frei

Zorneding - Der Weg für einen 40 Meter hohen Sendemasten für den digitalen Behördenfunk ist frei. Er wird außerhalb der Bebauung nahe der Staatsstraße 2081 im Westen Zornedings montiert.

In der Sitzung am Donnerstagabend war das vom Gemeinderat in Auftrag gegebene Gutachten über die Strahlenbelastung des neu entstehenden Funknetzes das Thema. Gisbert Gralla von der Firma Müller-MBB stellte seine Studie vor und präsentierte drei Ergebnisse: Die zu erwartende Strahlenbelastung liege unter dem Grenzwerte. Zweitens attestierte er dem digitalen Behördenfunk „eine deutlich geringere Hochfrequenzimmission als dem gewöhnlichen Mobilfunk“. Seine Empfehlung lautete, den Masten außerhalb des bewohnten Gebiets zu situieren, weil dann alle Parameter viel günstiger ausfielen als bei einem Standort innerorts.

Bürgermeister Piet Mayr (CSU) hatte zuvor den Gutachter sichtlich entspannt begrüßt und das für ihn wichtigste Ergebnis des Gutachtens bereits vor einer Woche in der Bürgerversammlung im Martinstadl präsentiert: „Der Behördenfunk hat eine um den Faktor 5,6 niedrigere Strahlung als der normale Mobilfunk.“ Jetzt konnte er auch bei der Standortfrage reinen Tisch machen.

Zwei nahe beieinander liegende Stellen im Westen der Gemeinde wurden ausgespäht. Sie liegen rund 400 Meter von den ersten Wohnhäusern entfernt nahe der Staatsstraße 2081 etwa auf Höhe Pörings. Favorit scheint ein kleines Waldstück etwa 50 Meter nördlich des Gebäudes der Firma Ammer westlich der Staatsstraße zu sein. Eigentümer ist der Freistaat. Auch östlich der Straße, bei dem dortigen Tagwasserbecken, scheint der Masten aufgestellt werden zu können. Dieses Grundstück ist in Gemeindebesitz „Es ist bereits alles mit der vom Innenministerium beauftragten Firma Telent und den Sicherheitskräften wie die Feuerwehr abgestimmt“, sagte Mayr. Die Strahlenbelastung beider Standorte gab der Gutachter mit 0,035 Prozent des Grenzwerts an.

Auch die Punktplaner hätten bereits ihr Einverständnis signalisiert. "Was fehlt, ist eigentlich nur noch die Wirtschaftlichkeitsberechnung", bilanzierte Mayr. "Die Grenzwerte sind frequenzabhängig, deshalb können die Immissionen des Behördenfunks und des Mobilfunks nicht miteinander verglichen werden", sagte Gutachter Gralla. Er räumte auch ein, sich "bei gesundheitlichen Dingen etwas herumzuwinden". Aussagen darüber zu machen sei er als vereidigter Sachverständiger nicht bestellt. Fakt aber sei, "dass die betroffene Fläche bei Mobilfunkanlage sehr viel größer ist als beim Behördenfunk?". In der relativ kurzen Diskussion verbuchte Grünen-Sprecher die beiden nun anvisierten Standorte als einen Erfolg seiner Fraktion: "Wenn wir nicht durchgesetzt hätten, nach einem Standort außerhalb bebauten Gebiets zu suchen, stünden wir jetzt vor einer schwierigen Situation." Er mahnte an, wegen des Vorsorgegedankens für die Bevölkerung sich bei Grenzwerten besser an die viel niedrigeren der Salzburger Resolution zu halten. Gleichwohl sei es Fakt, dass die Strahlenbelastung mit dem Behördenfunk in der Gemeinde steige, weil sich die Immissionen der Antennen der dann insgesamt fünf Betreiber kumulierten. Eine Abstimmung gab es nicht. Der Bürgermeister versicherte sich aber beim Ratsgremium: "Wir müssen also damit rechnen, dass bald ein Bauantrag für einen 40 Meter hohen Masten kommt." Darüber zeigten sich alle mit deutlichem Kopfnicken einig. Mayr sagte zu, mit Vodafone Kontakt aufzunehmen. Dies sei derzeit der einige Mobilfunkbetreiber, der nach einem Standort suche. Mayr will erreichen, dass Vodafone auf dem Masten des Behördenfunks seine Antenne montiert.

Von Eberhard Rienth

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