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Herbert Blöchl verlässt den Gemeinderat in Kirchseeon nach 52 Jahren. Genosse wird er immer bleiben – bis zum Tod. 

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52 Jahre für die SPD im Gemeinderat: Warum Herbert Blöchl jetzt geht

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Herbert „Harry“ Blöchl legt sein Amt als SPD-Gemeinderat nieder. Mit 78 Jahren sei es Zeit, sagt er. Er will nicht als Gemeinderat beerdigt werden. 

Kirchseeon – Herbert Blöchl (78) mag Jazz. Louis Armstrong ganz besonders. Unvergessen sei der Amerikaner, sagt Blöchl. Jetzt geht Blöchl. Nach 52 Jahren gibt der SPD-Politiker sein Amt als Gemeinderat in Kirchseeon auf. Er ist der Louis Armstrong der Kommunalpolitik. Nur wenige im engen Kreis Blöchls wussten von seinen Plänen. Im Februar schreibt der 78-Jährige eine Mail an Kirchseeons Bürgermeister Udo Ockel und seine Gemeinderatskollegen. Er sei nicht mehr so fit wie in früheren Jahren, heißt es. „Man muss rechtzeitig sagen: es war schön“, sagt Blöchl unserer Zeitung.

Blöchl, der Bär!

Blöchl, ein Bär, wie in Parteifreunde nennen, mit dicker Haut und großen Fäusten, mit denen er mehr als ein halbes Jahrhundert auf die Politiktische im Landkreis hämmerte. Ganz vorne im Sitzungssaal in Kirchseeon saß Blöchl, seine SPD-Kollegen reihten sich hinter ihm, so als ob sie sich hinter Blöchl duckten. Blöchl war der Ruhepol, der schnell umschalten konnte. „Hart in der Sache“, sagt er selber. So habe er stets diskutiert. „Aber nie persönlich beleidigend.“ Blöchl ist das besonders wichtig. Dass man für seine Ideen einstehen könne, dem politischen Gegner danach aber noch in die Augen schauen könne.

„Ich will nicht als amtierender Gemeinderat beerdigt werden“

Mit 26 Jahren, das war 1966, kandidierte er das erste Mal für den Kirchseeoner Gemeinderat. Er wollte etwas verändern. So wie die Jusos (Jungsozialisten) heute, die gegen die Große Koalition wettern. Blöchl könne das verstehen, auch wenn er persönlich für die Koalition ist.

„Wir haben in Kirchseeon viel erreicht“, sagt Blöchl. Kinderbetreuung und Ausbau der Schulen, ein SPD-Thema, das ihm am Herzen lag. Dafür habe er Jahrzehnte gekämpft. Sogar in den 1980er Jahren vor dem Rathaus demonstriert. Dass er geht, überrasche viele. „Ich will nicht als amtierender Gemeinderat beerdigt werden“, sagt Blöchl. Er wird mehr als eine Träne weinen, wenn er im April das letzte Mal im Gemeinderat sitzt. Der Louis Armstrong aus Kirchseeon.

Mehr zu Herbert Blöchl hier: Der rote Bernhardiner

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