Das Satellitenbild oben zeigt die Grobplanung für den Umbau des Autobahnkreuzes München-Ost (lila: die Umgehungsplanung Weißenfeld).
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Das Satellitenbild oben zeigt die Grobplanung für den Umbau des Autobahnkreuzes München-Ost (lila: die Umgehungsplanung Weißenfeld).

Neue Form soll Abhilfe schaffen

Enormer Verkehrszuwachs seit Beginn der Corona-Krise: Spektakuläre Pläne fürs Autobahn-Kreuz München-Ost

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Der Verkehrsdruck auf das Autobahnkreuz München-Ost wird in den kommenden Jahren um bis zu einem Drittel steigen. Eine komplett neue Form soll diesem Andrang Herr werden.

  • Auf das Autobahnkreuz München-Ost kommt ein massiv höheres Verkehrsaufkommen zu.
  • Das Kreuz in seiner jetzigen Kleeblatt-Form ist diesem Andrang nicht mehr gewachsen.
  • Nun soll es in eine „abgewandelte Windmühle“ umgebaut werden.
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Landkreis – Die Blechlawine, die auf das Autobahnkreuz München-Ost zurollt, veranlasst selbst nüchterne Ingenieure zu Superlativen: „Absolut dramatisch“ nennt Josef Seebacher, der Sprecher der Autobahndirektion Südbayern, die Verkehrsprognose für die kommenden 15 Jahre. Nicht nur, dass direkt daneben Parsdorf an seinem Riesengewerbegebiet mit BMW und Krauss-Maffei baut – nein, generell wird der Verkehrsfluss weiter anschwellen, sagen die Statistiker voraus.

A94 und A99: Bis zu 35 Prozent mehr Verkehr bis 2030

Am stärksten erwischt es dabei den von Passau kommenden Arm der A94 mit satten 35 Prozent Zuwachs bis 2030. Und die A99, wie es Umfahrungen idealerweise tun, fängt mehr als die Hälfte des stärker werdenden Zuflusses von Osten ab und leitet diesen um die Landeshauptstadt München herum. Es biegen also mehr ab, als geradeaus fahren.

Die aktuelle Kleeblatt-Form.

Das heißt aber auch, dass das Autobahnkreuz in seiner jetzigen Kleeblatt-Form dieser Belastung nicht mehr gewachsen ist, sagen die Planer. Zu viele Verteiler- und Verflechter-Fahrbahnen, bei denen sich die Fahrzeuge beim Spurwechsel gegenseitig im Weg sind, erklärt Direktionssprecher Seebacher. Dazu kommt, dass für den acht Kilometer langen Autobahnabschnitt von Kirchheim bis südlich von Haar ein Ausbau auf acht Spuren ansteht – plus temporäre Seitenstreifenfreigabe. Gleiches gilt für vier Kilometer A 94 dort, wo sie die A 99 kreuzt.

Autobahn-Kreuz München-Ost: Es biegen mehr auf die A99 ab, als geradeaus fahren

Das Kreuz mit dem Kreuz: Dem jetzigen Kleeblatt würde der Verkehr ordentlich die Blätter zerzausen. Abhilfe soll eine abgewandelte „Windmühlen“-Form schaffen – mit Rampen, die den von Passau kommenden Verkehr schon Richtung A99 leiten, bevor er sich mit den Fahrzeugen trifft, die von dort, von der Ringautobahn, kommen. Und für den Feierabendverkehr in die entgegengesetzte Richtung umgekehrt. Der Ausbau des Autobahnkreuzes erfolgt zeitgleich mit dessen Armen.

So sieht derzeit der Wunsch der Autobahndirektion aus, den ihr Planer Martin Witt jüngst im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Landkreises Ebersberg vorstellte. „Das wird nach unserer Erfahrung ziemlich sicher herauskommen“, sagt Seebacher. Spruchreif sei das aber nicht – momentan stehe die Planung am Anfang. Bis losgebaut wird, dürfte es bis 2028 dauern; weitere vier bis sechs Jahre, bis der Verkehr rollt, schätzt der Behördensprecher. „Wir laufen der Entwicklung hinterher“, sagt er. Es stehen Gespräche mit den Anliegerkommunen und -landkreisen an, mit Naturschützern und Anwohnern.

Abgewandelte „Windmühle“: So soll das Autobahnkreuz München-Ost in Zukunft aussehen.

Planung zum Autobahn-Kreuz München-Ost: Verlegung der Kreisstraße EBE 4 ein Vorschlag

Teil der Planung ist auch eine Vorschlag für die Verlegung der Kreisstraße EBE 4, die unter dem West-Arm des Ostkreuzes hindurchführt, um Vaterstetten eleganter an die Autobahn anzuschließen – „aber nicht gegen den Willen des Landkreises“, betont die Autobahndirektion. „Das ist nicht unsere Straße.“

Anwohner hatten befürchtet, sogenannte Overflys könnten das Ostkreuz in einen dreistöckiges Monster verwandeln. Man werde dank der Windmühlen-Form mit dem ersten Stock auskommen, möglichst wenig zusätzlich bauen, versichert dagegen die Autobahndirektion.

Autobahn-Verkehr um München im Vergleich zu Vor-Corona-Zeit: „Wir sind bei 130 Prozent“

Übrigens: Was so mancher Pendler beobachtet haben dürfte, bestätigt Josef Seebacher: Das aktuelle Verkehrsaufkommen steht mittlerweile dem vor den coronavirusbedingten Beschränkungen um nichts mehr nach. Im Gegenteil – weil die Pendler offenbar die öffentlichen Verkehrsmittel meiden, ist es sogar mehr. Seebacher sagt: „Wir sind bei 130 Prozent.“

Lesen Sie dazu: Der achtspurige Ausbau der A 99 zwischen dem Kreuz München Nord und der Anschlussstelle Aschheim/Ismaning ist voll im Plan. Die Bauarbeiten sind bis Ende dieses Jahres abgeschlossen. Die schlechte Nachricht: Die A 99 wird noch für Jahrzehnte eine Baustelle sein. Die Pläne der Autobahndirektion schockieren die Kirchheimer: Die A99 soll im Osten ab 2020 ausgebaut werden. Vor allem die Bauarbeiten in der Gemeinde nerven die Kirchheimer.

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