Auf dem Weg nach Sotschi: Für Leichtathlet Sven Holländer beginnt heute das Abenteuer Olympische Winterspiele. Die Speere bleiben allerdings zuhause in Poing. foto: s. rossmann

Das Abenteuer seines Lebens

Poing - Seit Wochen fiebert Sven Holländer schon auf den heutigen Tag hin. Er hat die Tage und Stunden gezählt, bis zum Abflug gen Sotschi. Denn für den Nachwuchs-Leichtathleten von der LG Sempt beginnt am heutigen Dienstag das größte Abenteuer seines Lebens.

Der 17-jährige Gymnasiast darf die Olympischen Winterspiele hautnah erleben. Aber nicht als Aktiver, sondern als Teilnehmer eines gut 14-tägigen Jugendlagers des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Der Elftklässler des Franz-Marc-Gymnasiums aus Markt Schwaben wurde von Lehrerin Renate Schönberger, die 2010 als Betreuerin des DOSB-Jugendcamps bei Olympia in Vancouver weilte, auf die Aktion aufmerksam gemacht. Sven Holländer füllte eine umfangreiche Bewerbung aus, schulischer und sportlicher Lebenslauf wurden da unter anderem abgefragt. Als passionierter Leichtathlet konnte er seine Erfolge bei Bayerischen und Deutschen Meisterschaften vorweisen.

Sein Herz klopfte schnell, als überraschend die Zusage per E-Mail kam: „Das ist Wahnsinn. Ich bin einer von 40, die nach Sotschi dürfen“, hatte sich der Leichtathlet von der LG Sempt sehr gefreut, „vor allem, weil ich als Sommersportler zu Winterspielen darf.“

Der Antrag auf Befreiung vom Unterricht sei danach „absolut problemlos“ vonstatten gegangen, ist Holländer froh über die Unterstützung seiner Schule. „Direktor Gerhard Dittmann hat sofort zugestimmt. Er wollte dieser Chance nicht im Weg stehen.“ Einzige „Bedingung“ für den Gymnasiasten, die er gern erfüllen wird: Er soll nach seiner Rückkehr von Olympia seine Impressionen wiedergeben.

Ein Vorbereitungstreffen des DOSB Ende November in Baden-Baden, der Partnerstadt von Sotschi, folgte. Holländer wurde mit den Regularien, Ablauf des Camps und den Gegebenheiten in Russland vertraut gemacht. Der 17-Jährige lernte auch die weiteren Teilnehmer kennen und knüpfte viele Kontakte, die er seitdem über Facebook und Skype pflegt. „Das sind ja auch alles Sportler, die ticken alle gleich“, hat er festgestellt. „In Baden-Baden ist mir erst richtig bewusst geworden, wie viel ich Glück ich hatte, genommen zu werden.“ Und seitdem er das Visum für Russland in Händen hat, wird das ihm bevorstehende Erlebnis greifbar.

„Es ist das Highlight meines Lebens“, glaubt Sven Holländer. Hundertprozentig realisiert hat er es aber noch nicht. „Das wird vielleicht erst beim Abflug nach Frankfurt passieren.“ Dort treffen sich heute die Sportler und Betreuer zur Besprechung und Einkleidung. Damit der Poinger als „Botschafter des Jugendsports in Deutschland“ erkennbar ist, wird er einen Teil der offiziellen Kollektion des Deutschen Olympia-Teams erhalten.

Nach einer Nacht im Hotel geht es per Flieger über Kiew in den russischen Bade- und Kurort am Schwarzen Meer. Übernachtet wird in Sotschi auf dem Luxus-Kreuzfahrtschiff „Louis Olympia“, welches im Hafen vertäut und nur einen Kilometer vom Sportzentrum entfernt ist.

Erholung wird es für Holländer sicher nicht, eher ein 14-tägiges Abenteuer. Für Heimweh wird da ebenfalls kaum Platz sein. Nicht nur, weil Sven über Internet Kontakt mit seinen Eltern Conny und Jürgen halten wird. Sondern auch, weil das tägliche, geplante Kultur- und Sportprogramm (siehe Kasten) umfangreich sein wird.

Was will der Poinger in Sotschi vor allem sehen? „Unbedingt die Ski-Abfahrt der Herren und den Viererbob“, so Sven Holländer. „Aber eigentlich ist es mir egal, was genau angeschaut wird. Alles in Sotschi wird spannend sein. Da ist alles geil.“ Die Stunden und Tage in Russland werden für ihn dabei wie im Flug vergehen.

Olaf Heid

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