Als Prinzregent Luitpold hat Sepp Mangstl bei der Jubiläumsfeier der Gemeinde Forstinning vor gut zehn Jahren für großes Hallo gesorgt. Seitdem hieß er „Prinzregent“. foto: dz

Abschied vom "Prinzregenten"

Forstinning - Der Ehrenschützenmeister der Zimmerstutzen-Gesellschaft und Forstinnings Original Sepp Mangstl ist mit 58 Jahren gestorben. Ein Nachruf.

Seinen größten Auftritt hatte Sepp Mangstl Mitte Mai 2004. Es war ein Wochenende, an dem die Gemeinde Forstinning ihr 1200-jähriges Bestehen mit einem prächtigen Festumzug feierte. Alle Epochen der Gemeindegeschichte wurden in Bildern erklärt. Auf einer Kutsche saß damals Prinzregent Luitpold. Gemütlich, altersmilde, in würdevoller Körpersprache, lächelnd. Sepp Mangstl war so täuschend echt geschminkt und verkleidet, dass mancher Zuschauer am Wegesrand spontan den Hut zog, als er vorbeifuhr. Keiner weit und breit hätte den Regenten zur Nachstellung bayerischer Geschichte besser verkörpern können als der gebürtige Forstinninger.

Fortan war Sepp Mangstl für manche nur noch „der Prinzregent“, wenngleich er im örtlichen Vereinsleben insbesondere bei der Zimmerstutzen-Schützengesellschaft (ZSG) seine Spuren hinterlassen hat; als langjähriger Schützenmeister und seit gut fünf Jahren auch als Ehrenschützenmeister.

Selbstverständlich war Mangstl bei der Erweiterung des Forstinninger Schützenheims tatkräftig dabei. Außerdem bei Forstinninger Festen, beim Maibaum und bei den Christkindlmärkten. Seine Halsgrat-Semmeln dort: ein Gedicht. Und: Mit großer Freude organisierte Mangstl Busreisen. Die Busse steuerte er zeitweise sogar selber.

Gesundheitlich war er in den letzten Jahren nach einem Herzinfarkt angeschlagen. Dazu ein Unfall, den er gerade noch so überlebte. Vor vier Monaten starb, völlig überraschend, sein jüngerer Bruder Stephan.

Sepp Mangstl berappelte sich aber wieder, wie Freunde aus seinem direkten Umfeld mit Freude feststellten. Der selbstständige Maurer schmiedete schon wieder reichlich Pläne. Er war offenbar wieder da, der lebenslustige Geselle, das gestandene Mannsbild. Um so überraschender kam am Wochenende die Nachricht von seinem plötzlichen Tod. Mangstl wurde 58 Jahre alt.

Der Mangstl Sepp, der früh schon ein Haus in Markt Schwaben baute, seine Kontakte zum geliebten Heimatort Forstinning aber stets pflegte, hinterlässt Frau und einen Sohn. Die ZSG Forstinning verliert einen ihrer Säulen der letzten Jahrzehnte. Und die Gemeinde Forstinning ein echtes Original. jödo

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