Adalbert Mischlewski erhält aus der Hand von Grafings Bürgermeister Rudolf Heiler im Grafinger Rathaussaal die Ehrenbürger-Urkunde. Foto: Jürgen Rossmann

Adalbert Mischlewski neuer Ehrenbürger von Grafing

Grafing - Grafing hat einen neuen Ehrenbürger. Bei einem Empfang im Grafinger Rathaussaal wurde damit die Lebensleistung von Adalbert Mischlewski gewürdigt, der sich in der Kommune unter anderem sehr für die Ökumene und die Städtepartnerschaft engagiert.

„In Anerkennung seiner außerordentlichen Verdienste um die Städtepartnerschaft mit Saint Marcellin und seines jahrzehntelangen Wirkens im Sinne der Einheit Europas hat die Stadt Grafing bei München mit Stadtratsbeschluss vom 23. Juli 2013 Adalbert Mischlewski zum Ehrenbürger ernannt“. So steht es auf der Urkunde, die Bürgermeister Rudolf Heiler am Freitagabend im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus-Saal an den 94-jährigen Historiker überreichte.

Rund 60 geladene Gäste waren Zeuge der Zeremonie, wobei sich der Gratulant auch in das Goldene Buch der Stadt Grafing eintragen durfte.

Heiler bezeichnete in seiner Laudatio den Antoniter-Forscher als „Gesamtkunstwerk“, der ihn an ein Dreieck erinnere: Mischlewski sei zugleich Europäer, Historiker und der Ökumene zugewandt und damit eine Person, die sich nicht nur um ihre Heimatstadt Grafing verdient gemacht habe, sondern in ihrem Wirken den Europäischen Einigungsgedanken immer im Herzen trage. Auf Grund seiner Jahrzehnte langen wissenschaftlichen Erforschung des Antoniterordens, der ja auch im Mittelalter Jahrhunderte lang Europa-weit aktiv gewesen sei, bezeichnete Heiler Mischlewsky als „Antoniter-Papst“. Neben seiner Urheberschaft der Städtepartnerschaft sei der engagierte Bürger als Einiger Europas und als Einiger der Kirche tätig. Komitee-Vorsitzender Udo Helmholz würdigte seinen Vorgänger in dieser Funktion für sein unerschöpfliches Engagement trotz seines hohen Alters und dankte ihm für seine ausgeprägte Gründlichkeit in seinen Arbeiten.

Adalbert Mischlewski war in den Kriegsjahren 1940 bis 1944 in Frankreich im Flugmeldedienst eingesetzt und hat dabei die Sprache des Landes erlernt. Gleich nach dem Krieg begann er mit den Forschungen über den Antoniter-Orden, unter anderem in den Jahren 1964 bis 1966 in Rom. 1969 kam der Theologe nach Marktoberdorf im Allgäu, 1971 nach Grafing und lehrte hier am Gymnasium. Adalbert Mischlewski dankte dem Bürgermeister für diese höchste Auszeichnung, die eine Kommune an einen Bürger verleihen kann.

Die Partnerstadt Saint Marcellin war den Antonitern 500 Jahre lang eng verbunden, da der Orden hier die Seelsorge ausübte. Der Orden ist genau genommen der Stifter der Partnerschaft. Denn bei einer Antoniter-Studienfahrt im Jahr 1991 zu der Abtei Saint-Antoine l‘Abbaye, unweit von Saint Marcellin, wurden die ersten Sondierungsgespräche geführt. Mischlewski wurde im Office du Tourisme in Saint Marcellin angesprochen, ob er in Deutschland eine Stadt kenne, die an einer Partnerschaft interessiert sei. Im gleichen Jahr wurde in Deutschland eine Gesellschaft zur Pflege des Erbes der Antoniter, das Antoniter-Forum, gegründet. (www.antoniterforum.de).

Adalbert Mischlewski führte den Vorsitz dieser Gesellschaft, heute ist er Ehrenvorsitzender. Anlässlich der Veröffentlichung eines Jahrbuches dieser Gesellschaft über das Leben und die Legende des Heiligen Antonius aus der ägyptischen Wüste mit über 200 Illustrationen aus einem Antoniter-Codex von 1426 sagte Mischlewski damals in Frankreich: „Das soll daran erinnern, dass unser Europa von morgen nicht nur eine blühende Wirtschaft benötigt, sondern auch die Werte der Humanität, der Ethik und der Spiritualität“.

Zur musikalischen Umrahmung der Feierstunde trug die Konzertpianistin Cornelia Sonnek Werke von Franz Schubert vor.

ez

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