Hubert Aiwanger, Spitzenkandidaten der Freien Wähler sorgt mit seinen Impf-Aussagen für Streit in der Koalition
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Bayern: Hubert Aiwanger sorgt mit seinen Impf-Aussagen für Streit in der Koalition

Unverständnis über Aiwangers Impfaussagen

Ebersberger FW-Kreisvorsitzender stocksauer: „Aiwangers Schuhe ziehe ich mir nicht an“

  • Michael Acker
    VonMichael Acker
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Der sich weiter verschärfende Streit zwischen FW und CSU im die Impfskepsis von Hubert Aiwanger treibt auch die Ebersberger FW-Basis um. Kreisvorsitzender Wilfried Seidelmann (68), Internist, verurteilt Aiwangers Impfaussagen aufs Schärfste. Ein Kurz-Interview

Was halten Sie als Mediziner von den Aussagen Aiwangers zur Corona-Schutzimpfung?

Es ist sein gutes Recht als Privatmann, sich nicht impfen zu lassen. Allerdings kann ich aus medizinischer Sicht über seine Aussagen nur den Kopf schütteln. Die Nebenwirkungen der Impfung sind in aller Regel nichts im Vergleich zu möglichen Folgen einer Corona-Erkrankung.

Freie Wähler verurteilen Aiwangers Impfaussagen: „Kann ich aus medizinischer Sicht nur den Kopf schütteln“

Aiwanger bekommt auch Applaus von Querdenkern. Wie bewerten Sie das politisch? Fischt er in gefährlichem Gewässer, um bei der Bundestagswahl erfolgreich zu sein?

Leider bekommt er Zustimmung von der falschen Seite – und das, obwohl wir Freie Wähler uns immer ganz klar nach links und rechts abgegrenzt haben. Dass er seine Aussagen mit dem Kalkül gemacht hat, Stimmen für die Bundestagswahl einzufangen, glaube ich nicht. So weit würde ich nicht gehen. Das ist die Sichtweise, die der politische Gegner gerne propagiert.

Bayern hinkt bei der Impfquote hinterher. Von einer Herdenimmunität sind wir meilenweit entfernt. Ist Aiwanger als stellvertretender Ministerpräsident noch tragbar‘?

Wilfried Seidelmann, Kreisvorsitzender der Freien Wähler.

Aiwanger hat sich ohne Not in eine schwierige Lage begeben. Ich verstehe ihn nicht. Dass er sich nicht impfen lässt, fällt unter sein Persönlichkeitsrecht. Doch was er über die Impfung sagt, verurteile ich als Mediziner aufs Schärfste. Das war so unnötig wie ein Kropf. Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an.

Video: Aiwanger weiter in der Kritik wegen vorläufiger Impfverweigerung

Corona-Impfskepsis: „Aiwanger hat sich ohne Not in eine schwierige Lage begeben“

Wie beurteilen Sie das Verhalten von Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der Aiwanger öffentlich bei einer Pressekonferenz auf seine Impfverweigerung angesprochen hat.

Söder hat seinen Stellvertreter öffentlich vorgeführt. Das war so nicht in Ordnung. Dennoch: Aiwanger hätte bei aller privaten Impfskepsis klar sagen müssen, dass die Impfung notwendig ist, dass wir die Herdenimmunität brauchen.

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