So sieht der Steinhöringer Bahnhof heute aus: Zwei Gleise und jede Stunde ein Filzenexpress. Foto: Sro

Alles bereit für den Stundentakt

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Steinhöring - „Wir sind pünktlich in Betrieb gegangen!“ Dirk Schanz atmet einmal tief durch. Pünktlichkeit ist ja nicht immer die größte Stärke der Bahn. Aber diesmal hat’s geklappt. Mit einem Investitionsvolumen von 9,6 Millionen Euro hat sein Arbeitgeber, die Südostbayernbahn, den Filzenexpress modernisiert.

Letzte Herausforderung für den Projektleiter und sein Team war der Bahnhof Steinhöring. An der verschlafenen Haltestelle wurde in den vergangenen Monaten fast rund um die Uhr gearbeitet. Hier ist ein hochtechnisierter Kreuzungsbahnhof entstanden, hier sorgt ein elektronisches Stellwerk der neuesten Generation für Sicherheit. Wofür das alles? Am Kreuzungsbahnhof in Steinhöring können sich auf der sonst eingleisigen Strecke zwei Züge begegnen. Damit kann der Filzenexpress - wie seit Jahren von den Pendlern gefordert - im Stundentakt fahren.

Stichtag ist der 14. Dezember. Ab diesem Tag gilt der neue Winterfahrplan. Er sieht wochentags elf zusätzliche Züge Richtung Grafing-Bahnhof - darunter sieben Direktverbindungen nach München - vor sowie retour neun zusätzliche Züge Richtung Wasserburg-Bahnhof - mit fünf Direktverbindungen ab München-Ost. Besonders attraktiv für Nachtschwärmer: Ab Dezember fährt der Filzenexpress ab Grafing Bahnhof auch noch um 21.10 Uhr, 22.10 Uhr und um 0.19 Uhr Richtung Wasserburg ab.

Das elektronische Stellwerk im auffälligen roten Häusl neben dem Bahnsteigzugang in Steinhöring hat bereits seinen Dienst aufgenommen. Bis zur Fahrplanumstellung in zwei Monaten können die Fahrdienstleiter, die die Technik von Mühldorf aus kontrollieren, quasi auf halber Leistung probefahren und so wertvolle Erfahrungen für den künftig dichteren Takt mit doppelt so vielen Zügen sammeln. „Ich glaube, das Ding wird richtig gut laufen“, sagte Denis Kollai, Investitionsleiter bei der Südostbayernbahn, noch am Dienstag vorm Steinhöringer Gemeinderat. „Es war bislang immer so, dass Taktverbesserungen für erheblich mehr Fahrgäste auf unseren Strecken gesorgt haben.“

Keine Probleme hätte die Südostbayernbahn übrigens mit einem Umbau der Bahnhöfe auf S-Bahn-Niveau. „Aber das“, sagt Kollai, „ist am Ende eine politische Entscheidung“.

Sabine Heine

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