Das ist ein Gemälde! Michael Lassel hat ihm den Titel „Traumlexikon einer Puppe“ gegeben. Repro: ez

Alles reine Illusion

Ebersberg - Stadtgaleristin Antje Berberich kann es immer noch nicht fassen: Endlich hat sie es geschafft, einen weithin bekannten Künstler nach Ebersberg zu holen. Es ist Michael Lassel, der als bedeutender Illusionsmaler unserer Zeit gilt.

Einen ganzen Kleinlaster voll mit Bildern des berühmten Siebenbürgers, der heute in Fürth lebt, hat Antje Berberich nach Ebersberg geschafft, Werke, die die Besucher der Rathausgalerie ab Sonntag zum Staunen bringen werden.

Michael Lassel malt mit unglaublicher Geduld und Akribie seine illusionistischen Gemälde - nur so ist es möglich, die perfekte Illusion eines Trompe-l’oeil-Gemäldes zu schaffen. Oft arbeitet er ein Jahr oder länger an einem Bild.

Im Gegensatz zu anderen Künstlern nutzt Lassel realistische Vorlagen. Aus seinem reichen Fundus stellt er seine oft ziemlich skurrilen Sujets zusammen - und betrachtet sie. Schaut hin, schätzt ab, bewertet und malt. So entstehen Bilder mit ganz eigentümlicher Stimmung und rätselhaften Geschichten, die sie erzählen. Dies und die hohe malerische Qualität haben Michael Lassel bis heute zahlreiche Auszeichnungen beschert.

Der Künstler wurde 1948 in Ludwigsdorf in Siebenbürgen (Rumänien) geboren. Von 1970 bis 1974 studierte er an der Kunstakademie in Bukarest und arbeitete anschließend als Kunstlehrer am Deutschen Gymnasium in Schäßburg. Weil er seine Übersiedelung nach Deutschland beantragt hatte, verhängte das Regime gegen ihn ein Berufsverbot. 1986 durfte Michael Lassel das Land verlassen. Heute lebt er mit seiner Familie in Fürth. Zahlreiche internationale Ausstellungen machten Lassel weithin bekannt: In München, New York, Paris, Nancy, Genf, Luxemburg und nicht zuletzt im British Museum in London waren und sind seine Arbeiten zu sehen.

Die Ausstellung „Ans Licht gebracht“ wird am Sonntag, 5. Februar, um 11 Uhr in der Rathausgalerie eröffnet und ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich. Uwe Grossu und Michael Bidner sprechen einleitende Worte.

Von Sabine Heine

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