Alternative zum Gefängnis: Wer nicht zahlen kann, darf schaufeln

Landkreis - Schneeschaufeln an der frischen Luft als gemeinnützige Arbeit statt hinter Gefängnismauern zu sitzen: Das geht mit Hilfe des Diakonischen Werkes und ihrem Vermittlungsbüro in Ebersberg.

Der Service wird derzeit aufgebaut. Und bisher haben die Vermittler gute Erfahrungen gemacht.

Jugendliche können nach Straftaten vom Gericht direkt zu Einsätzen beispielsweise im Tierheim oder im Seniorenhaus verpflichtet werden. "Im Erwachsenenstrafrecht gibt es das noch nicht", so Susanne Podschul, stellvertretende Geschäftsleiterin des Diakonischen Werkes in Rosenheim. Wenn eine Geldstrafe verhängt wird und der Verurteilte diese nicht zahlen kann, droht Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft kann die Strafe aber umwandeln. Der Arbeitseinsatz muss jedoch gemeinnützig sein und darf nicht Privatinteressen dienen. Das Diakonische Werk erfragt vom Verurteilten, welche Fähigkeiten er mitbringt, wie mobil er ist und natürlich, für welche Straftat er vor Gericht stand.

Gleichzeitig fragt das Ebersberger Büro bei kirchlichen, kommunalen, sozialen oder sonstigen gemeinnützigen Arbeitgebern nach dem Bedarf. Dann werden die beiden Parteien zusammen gebracht. "Das läuft fast so, wie bei einem normalen Arbeitsverhältnis", so Podschul.

Die Mitarbeiter der Diakonie stehen für beide Seiten weiter als Betreuer zur Verfügung. Falls das aber nicht funktioniert, beispielsweise weil der Vermittelte seine Aufgaben nicht erfüllt, dann wird die Maßnahme abgebrochen. Der Verurteilte landet im Knast. Die Länge des Arbeitsverhältnisses richtet sich übrigens nach der Höhe der Geldstrafe.

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