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Zorneding - Jetzt ist es offiziell: Zorneding verbandelt sich mit Cappella Maggiore, einer kleine Stadt mit knapp 5000 Einwohnern im Herzen des Prosecco-Anbaugebietes in der italienischen Provinz Treviso. Der Beschluss fiel im Gemeinderat einstimmig.

Der Beginn der Partnerschaft gestaltete sich im Jahr 2011 etwas holprig. Bei ersten Termin, beim damaligen Oktoberfest in Cappella Maggiore, das eigentlich ein Erntedankfest ist, war das offizielle Zorneding noch nicht vertreten. Dieser Fauxpas wurde im darauffolgenden Frühjahr ausgebügelt: Mit Bürgermeister Piet Mayr an der Spitze ging es Ende April nach Italien. Dreimal waren die Zornedinger inzwischen schon „unten“, der erste Gegenbesuch aus Italien fand anlässlich des Bürgerfests 2012 statt. Die Partnerschaft ist für Zorneding die erste, für Cappella Maggiore nicht. Im April 2004 taten sich die Italiener schon mit Earlston in Schottland zusammen.

„Wichtig ist, dass die Partnerschaft von beiden Seiten von Herzen gepflegt wird“, betonte Mayr jetzt im Gemeinderat. Der Bürgermeister bezeichnete es „als eine absolute Bereicherung für Zorneding, die Partnerschaft einzugehen“ und freute sich jetzt über den offiziellen Beschluss des Gremiums. Ein „eindeutiges Signal“.

Seitens der Sozialdemokraten nannte Bianka Poschenrieder die Initiative „großartig“. Und Ursula Roth von den Freien Wählern freute sich sehr, „dass eine Partnerschaft in Zeiten der Euro-Krise zustande kommt“.

„Geheiratet“ wird in Zorneding am 28. Juni während des großen Festwochenendes zum 1200-jährigen Bestehen der Gemeinde. In Cappella Maggiore war der Austausch der Urkunden schon früher, nämlich bereits für April geplant. Doch das könnte sich laut Mayr verzögern. Bürgermeisterin Mariarosa Barazza habe kürzlich angerufen und durchblicken lassen, dass es wohl Oktober werden würde, bis die Zornedinger zur „Trauung“ kommen könnten.

Der Partnerschaftseid wird aber als Urkunde bald im Zornedinger Rathaus hängen. Daneben auch eine Übersetzung, in der die zentralen Inhalte leserfreundlich, also verständlich aufgelistet sein werden. Die Wortwahl des offiziellen Eides, entworfen vom Rat der Gemeinden und Regionen Europas unter dem Dach der EU, ist nämlich mehr als schwulstig - sie besteht aus nur einem Satz mit unglaublichen 200 Wörtern. Den Text fand Ursula Roth „ein grammatikalisches Monstrum“, das keiner lese, und das „auch mit Blick auf die jungen Leute, die die Partnerschaft ebenfalls füllen sollen, einfach kein Deutsch ist, das man versteht“.

Inzwischen hat sich in Zorneding auch ein Verein gegründet, der die Pflege der Partnerschaft mit Cappella Maggiore zum Ziel hat. Er heißt „Per Noi“, was „Für uns“ bedeutet. Die Gemeinnützigkeit haben seine Gründer Alfred Heiss, Barbara Kulosa und Sergio Bolzan, der in Cappella Maggiore aufgewachsen ist, bereits bestätigt bekommen.

Der Gemeinderat beschloss, dass die Gemeinde auch Mitglied im Partnerschaftsverein werden soll, ähnlich wie sie es im örtlichen Gewerbeverband ist.

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