Bis zu seinen letzten Atemzügen war Michael Herklotz im Einsatz. Er starb im Alter von 46 Jahren.

46-Jähriger brach im Feuerwehrhaus zusammen

Feuerwehrmann rettete andere - bis zu seinem letzten Atemzug

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Anzing - Der Anzinger Feuerwehrkamerad Michael Herklotz (46) bricht nach einem Einsatz im Feuerwehrhaus zusammen und stirbt. Ein Nachruf auf jemanden, der immer für andere da war - bis zum letzten Atemzug.

Er war da, wenn er gebraucht wurde. Immer. „Er war so ein hilfsbereiter Mensch!“, sagt der Anzinger Feuerwehrkommandant Josef Reither. „Er hat jedem die Arbeit aus den Händen genommen.“ Reither spricht von seinem Kameraden Michael Herklotz, der im Alter von 46 Jahren gestorben ist.

Herklotz hat geholfen - buchstäblich bis zu seinen letzten Atemzügen. Am Mittwoch vergangener Woche wurde die Anzinger Feuerwehr zu einem Verkehrsunfall auf der A 94 gerufen. Einsatzleiter war Michael Herklotz. Danach - beim Umziehen im Feuerwehrhaus - brach der Mann plötzlich zusammen. Kollegen alarmierten die Rettung und versuchten, den Kameraden zu reanimieren. Das Markt Schwabener First-Responder-Team war sofort zu Stelle, etwas später der Notarzt. Herklotz wurde noch in die Kreisklinik Ebersberg gebracht, wo er am frühen Abend starb.

Die Feuerwehr steht unter Schock. Am kommenden Mittwoch, 25. Februar, 10.30 Uhr, wird sie in der Anzinger Pfarrkirche Abschied von Michael Herklotz nehmen, der als selbständiger EDV-Berater arbeitete und eine Frau und zwei kleine Söhne zurücklässt.

Herklotz verkörperte das, was man sich unter 100-prozentiger Verlässlichkeit vorstellt. Er war nicht nur bei Einsätzen aktiv, er stellte sein ehrenamtliches Engagement auch in den Dienst des Feuerwehrvereins, dem er seit 2007 als Vize vorstand. Zuvor hatte er sich schon stark beim Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses beteiligt. In Hunderten von Stunden plante er jedes Details des Gebäudes, in dem sein Leben jetzt so tragisch zu Ende ging.

Kreisbrandrat Andreas Heiß würdigt Herklotz als hervorragenden Kameraden, der sich auch für die Feuerwehr auf Landkreis-Ebene einsetzte. 2011 wurde er vom damaligen Kreisbrandrat Gerhard Bullinger zum Kreisbrandmeister für Ausbildung berufen. Hier engagierte er sich bei der Konzeption der Modularen Truppausbildung und führte bei vielen Lehrgängen das „ELearning“ ein. Auch als Kreisbrandmeister besuchte er zahlreiche Lehrgänge und Fortbildungen, um diese Erfahrungen in die Ausbildung der Landkreisfeuerwehren einzubringen. Zuletzt hatte er sich der Digitalfunk-Ausbildung verschrieben und die Ausbildungsunterlagen für die Landkreise Ebersberg, Erding und Freising entworfen. Kreisbrandrat Heiß: „Sein Engagement für die Feuerwehr war weit über den Landkreis Ebersberg hinaus bekannt und geschätzt.“

Michael Acker

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