So könnte die Bohrstelle fürGeothermie aussehen. foto: dz

Angst vor Schulden: Skepsis bei der Geothermie

Zorneding - Die Zornedinger Schulgebäude neben dem Rathaus sollen wohl als erste an die Geothermie angeschlossen werden, falls das Projekt umgesetzt wird. Aber es gibt auch skeptische Stimmen, wegen möglicherweise drohender Schulden.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung ging es um die Sanierung des westlichen Schulhofs. „Im Zuge der Maßnahmen wird eine Geothermie-Hausanschlussleitung innerhalb des Baufelds verlegt.“ So stand es in der Beschlussvorlage der Gemeindeverwaltung. Dass daraus dann doch (noch) nichts geworden ist, ist dem Abstimmungschaos geschuldet (wir berichteten). Von den gleich vier abzustimmenden Einzelanträgen, bei denen es in erster Linie um einen Verbindungsgang zwischen dem sogenannten „blauen“ und dem „gelben“ Schulgebäude ging, fand nämlich nicht ein einziger eine Mehrheit.

Dennoch wird das Thema „Anschluss für das Fernwärmenetz“ weiter verfolgt. Und genauso darf unterstellt werden, dass dann nicht nur die Schulgebäude, sondern auch das nahe Rathaus und das Feuerwehrgebäude mit der Wärme aus dem Erdinneren einmal beheizt werden sollen. Zumal noch an anderer Stelle während der Sitzung die Geothermie ins Blickfeld rückte. Da ging es um anstehende Großprojekte wie etwa einem barrierefreien Bahnhof und da speziell um die Frage, ob eine solche auf mindestens 1,2 Millionen Euro geschätzte Investition auch ohne Kreditaufnahme zu schultern wäre. Denn Fremdfinanzierungen gehören zumindest bei der größten Gemeinderatsfraktion, also der CSU, die schließlich auch mit Piet Mayr den Bürgermeister stellt, zu den Tabus. Mayr versprach denn auch, am Bahnhof ohne die Aufnahme von Schulden auskommen zu können.

Aber: Ohne Fremdgelder wurden bei den Verpflichtungsermächtigungen stolze 1,7 Millionen Euro für die Geothermie im diesjährigen Haushaltsplan reserviert. Skepsis führte schon bei der Abstimmung über den Nachtragsetat zu Gegenstimmen von Renate Pfluger (CSU) und Ulrich Fischer (frühere Bürgerliste). Jetzt reihte sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung auch noch Johann Haindl ein. „Es kann sein, dass wir mit der Geothermie in die Verschuldung kommen“, orakelte der eigenwillige CSU-Gemeinderat. Und Haindl blickte dann ganz konsequent nochmals in die Zukunft: „Wenn‘s ins Uferlose geht, kann‘s sein, dass nichts draus wird.“

Die 1,7 Millionen Euro, die Zorneding heuer für die Geothermie im Etat reserviert, ist der Zornedinger Anteil für die erste Bohrung. Die drei Gemeinden gewähren nämlich der deutsch-isländischen Geysir-Gruppe, einem Spezialisten für Energiegewinnung aus geothermalen Niedertemperaturquellen mit einem Büro in Grünwald, ein Darlehnen in Höhe von fünf Millionen Euro. Gemessen daran ist der Hausanschluss der Zornedinger Schulgebäude für das Fernwärmenetz natürlich noch weniger als die berühmten „Peanuts.“

Eberhard Rienth

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