1. Startseite
  2. Lokales
  3. Ebersberg

Brenner-Nordzulauf: Angst vor dem großen Schnitt

Erstellt:

Von: Michael Acker

Kommentare

Menschen protestieren im Inntal gegen die geplante Trasse für den Brenner-Nordzulauf. Im Landkreis Ebersberg ist es noch vergleichsweise ruhig. Doch das könnte sich schon bald ändern.
Menschen protestieren im Inntal gegen die geplante Trasse für den Brenner-Nordzulauf. Im Landkreis Ebersberg ist es noch vergleichsweise ruhig. Doch das könnte sich schon bald ändern. © DPA

Es muss verhindert werden, dass die Landschaft durch eine Neubautrasse durchschnitten wird. Auf diesen Nenner lässt sich eine Resolution zur Brennerzulaufstrecke bringen.

Landkreis - Autoren der der Resolution sind die beiden Kreisräte und CSU-Abgeordneten Andreas Lenz (Bundestag) und Thomas Huber (Landtag). Sie schickten ihre Forderungen an ihren Parteifreund und Landrat Robert Niedergesäß. Der Kreistag soll nach dem Willen der Politiker diese Resolution verabschieden.

Den Landkreis Ebersberg betrifft vor allem der geplante Ausbau der Strecke München – Rosenheim – Kiefersfelden. Der Bundesverkehrswegeplan 2030 sieht für den Bereich zwischen München-Trudering und Grafing aufgrund der beengten Bebauung die Durchführung einer Blockverdichtung ohne den Bau zusätzlicher Gleise vor. „Der Abschnitt zwischen Grafing und Großkarolinenfeld soll hingegen als trassennaher Neubau ausgeführter, viergleisiger Ausbau für Geschwindigkeiten bis zu 230 km/h realisiert werden“, wird die Ausgangslage in der Resolution beschrieben.

Bund soll Erforderlichkeit der Neubaustrecke erst einmal nachweisen

Zunächst fordern Lenz und Huber, dass der Bund anhand einer belastbaren Prognose zunächst eindeutig nachweist, dass der Bau einer neuen Eisenbahnstrecke erforderlich ist. Sollte er erforderlich sein, müssen die zusätzlichen Gleise „am Bestand trassiert werden“. Die Bestandstrasse müsse daher in jedem Fall als Option im Trassenauswahlverfahren berücksichtigt werden, so die beiden CSU-Mandatsträger. Wörtlich heißt es in der Resolution: „Sollte es neuer Trassen bedürfen, dann dürfen diese die Landschaft nicht durchschneiden. Sensible und dicht besiedelte Räume wie das bayerische Alpenvorland dürfen nicht noch weiter belastet werden. Eine von der Bestandsstrecke abweichende, oberirdische Trassenführung wird vom Kreistag, sämtlichen betroffenen Kommunen sowie den politischen Mandatsträgern der Region ausdrücklich abgelehnt.“ Huber und Lenz fordern einen Tunnel für den Fall, dass sich der Neubau entlang der Bestandsstrecke als undurchführbar erweisen sollte.

Lärmschutz wie bei Neubaustrecke gefordert

Die Abgeordneten pochen zudem auf maximalen Lärmschutz. Sowohl bei der ertüchtigung der bestehenden Strecke als auch bei einem möglichen Neubau müssten die Lärmschutzmaßnahmen auf dem „Niveau einer Neubaustrecke“ realisiert werden. Die Bestandsstrecke werde noch über Jahrzehnte die Hauptlast beim Güter- und Personenverkehr tragen müssen. Deshalb müsse hier über die bereits zugesicherten Maßnahmen hinaus auf Neubauniveau nachgebessert werden.

Lenz und Huber gehen aber noch weiter: Sie sind der Meinung, dass eine Entlastung über den Ostkorridor zwingend erforderlich ist. Es könnten nicht alle zukünftigen Verkehre über den Knotenpunkt München und die Strecke München – Rosenheim abgewickelt werden. Das gelte insbesondere für den Güterverkehr. Der Ausbau des Ostkorridors als weiträumige Entlastungsstrecke über Hof, Regensburg, Mühldorf, Rosenheim sei mittel- und langfristig unverzichtbar.

Noch mehr Nachrichten aus der Region Ebersberg lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s auch in unserem regelmäßigen Ebersberg-Newsletter

Auch interessant

Kommentare