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Ansturm auf die Landeier

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Eier aus Landkreis-Produktion. Foto: sro
Eier aus Landkreis-Produktion. Foto: sro

Landkreis Ebersberg - Das Netzwerk Ebersberger Land freut sich über einen enormen Nachfrageschub bei Hühnereiern. „Die Verbraucher rufen uns laufend an oder schicken haufenweise Anfragen per E-Mail“, berichtet Marianne Wagner. Dioxin-Skandal mit regional positiven Auswirkungen.

ndkreis - „Du Landei!“ Was früher als Schimpfwort für einen vermeintlich rückständigen Menschen verwendet wurde, ist jetzt geradezu ein Qualitätssiegel. Landeier des regionalen Netzwerkes „Ebersberger Land“ sind der Renner. Das Interesse an Produkten aus überschaubaren und geschlossenen Wirtschaftskreisläufen hat sprunghaft zugenommen.

Schon im 2010 wurde bei der Eiervermarktung ein Zuwachs von 30 Prozent erreicht, berichtet Wagner, als die Verbraucher positiv auf die Kampagne „ohne Gentechnik“ reagiert hätten. Der Dioxin-Skandal hat das Interesse noch verstärkt.

Mit in die Eierschachteln packt das Netzwerk derzeit eine Information, die zwar einen Blick zurück wirft auf das vergangene Wirtschaftsjahr 2010. Wer aber den Flyer auffaltet in der berechtigten Erwartung von Infos über das soeben gekaufte Qualitätsprodukt wird enttäuscht. Kein Sterbenswörtchen über Eier in der Eierschachtel. Dabei könnte Ebersberger Land ausgerechnet bei diesem Thema auftrumpfen.

„Das ist im Herbst bereits geplant worden“, entschuldigt 2. Vorsitzender Josef Haas die kleine Panne. „Da war Dioxin noch kein Thema.“ Er erklärt aber, woher das Futter für die Hühner kommt, die die exklusiven Ebersberger Landeier legen.

Ein Landwirt in Augsburg wird demnach von Mitgliedsbetrieben auch aus dem Landkreis Ebersberg mit Soja beliefert. Insgesamt stehen so 650 Hektar Sojaanbauflächen zur Verfügung, rechnet Haas vor. Aus dem angelieferten Material wird Hühnerfutter, das wiederum von Bauern im Landkreis verfüttert wird. Beim Produktionsprozess, so berichtet Marianne Wagner, die bei Unser Land für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, „fällt kalt gepresstes Sojaöl an. Deshalb müssen keine anderen Futterfette zugeführt werden.“ Sie räumt ein, dass in den Eierschachteln keine Information zum Produkt Ei selbst enthalten ist. „Aber an den Eierständen haben wir Plakate aufgehängt.“

Haas erklärt, wie Ebersberger Land funktioniert: Die Produktion von Hühnereiern in den Mitgliedsbetrieben werde überwacht. Aus der Menge an produzierten Eiern können Rückschlüsse gezogen werden auf die Menge an gegebenem Futter. Stehen beide Chargen nicht miteinander in Relation, „bekommt der Bauer ein Problem“. Mit eingeschaltet in die Überwachung ist auch der Tiergesundheitsdienst in Grub. „Dort werden die Produkte auf alle Schadstoffe untersucht“, berichtet Haas. Auch der Boden, auf dem das Futter für die Hühner wachse, werde überprüft.

Seit zehn Jahren gibt es jetzt das Netzwerk Ebersberger Land. Die Produkte sind inzwischen in 40 Verkaufsstellen im Landkreis Ebersberg erhältlich - übrigens auch in zahlreichen Supermärkten. Haas erläutert, dass bei Ebersberger Land sowohl Bioprodukte wie auch konventionell hergestellte Lebensmittel erhältlich seien. Aber selbst letztere hält er von der Biobilanz her für durchaus ebenbürtig mit Bioware, die „2000 Kilometer mit dem Flieger zurückgelegt hat“.

Um über ihre Produkte zu informieren geht Ebersberger Land auch neue Wege. In Supermärkten wird seit dem Herbst mit Videos Werbung gemacht.

Von Michael Seeholzer

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