1. Startseite
  2. Lokales
  3. Ebersberg

Anwohner wehren sich gegen Funkmasten

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Frauenneuharting - Der Funkmast, der bei Großaschau in der Gemeinde Frauenneuharting errichtet werden soll, sorgt bei Anwohnern für Aufregung.

Die Gemeinde plant dort, dem Mobilfunkanbieter O2 einen Standort zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich zu den beiden Handymasten anderer Betreiber, die bereits in Frauenneuharting und der näheren Umgebung stehen. Die Argumente der Befürworter und Gegner sind klar.

Auf der einen Seite befürchten die Anwohner eine gesundheitschädliche Strahlenbelastung, die bei der Nutzung des Mastens durch vorausichtlich drei Anbietern entstehen soll. „Wir stützen uns unter anderem auf eine Stuttgarter Bürgerinitiative, bei der eine ähnliche Konstellation von Masten gegeben war. Dort wurde ein vielfach erhöhte Belastung gemessen“, so Rosa Bichler, die mit anderen Kritikern vor kurzem eine Unterschriftenaktion gegen den geplanten Masten gestartet hat.

Auf Seite der Gemeindeverwaltung wiegelt man solche Ängste ab und sieht vor allem die Vorteile, die durch Mieteinnahmen und den Ausbau des Netzes entstehen: „Der Standort ist rund 400 Meter von der nächsten Bebauung entfernt. Auch wird mit dem Bau eines neuen Mastens Funk-DSL zur Verfügung stehen“, berichtet Bürgermeister Josef Singer. Für die Gegner ist dieses Angebot jedoch nur ein Köder.

„Ich habe mit vielen Leuten aus der Gemeinde gesprochen. Die meisten wollen keinen weiteren Handymasten, jedoch eine schnelle Internetverbindung“, erklärt Bichler. „Ein eindeutiges Lockangebot. So eine Funkverbindung bietet nur eine schlechte Verbindungsqualität und ist abhängig von der Witterung und dem genauen Standort“, erklärt eine Mitglied des Gemeinderates, das nicht namentlich genannt werden will. Außerdem sei für diesen Sommer die Verlegung von Glasfaserkabeln geplant, die eine deutliche bessere Verbindungsqualität böten.

Auf Anfrage bei Bürgermeister Singer hieß es, dass eine solche Verlegung wahrscheinlich ist und die Anbindung aller Frauenneuhartinger an einen DSL-Zugang ermöglicht. Auch für die lediglich 150 Personen, die von einer Funkverbindung profitieren würden. Mehr „User“ könnte das Funk-DSL nicht erreichen, weil sich der geplante Mast in einem Tal befände und eine gesicherte Verbindung nur bei Sichtweite möglich sei.

Einen weiteren Stein des Anstoßes bildet ein vom Gemeinderat mehrheitlich abgelehntes Strahlengutachten. „Die Mastensituation in Aßling ist ähnlich. Dort wurde bereits ein Gutachten erstellt. Wir haben dessen Ergebnis als Entscheidungsgrundlage verwendet“, so Singer. Man wolle ja kein Geld zum Fenster rauswerfen.

Die Ängste der Bürger vor einer erhöhten Strahlung hätte es vielleicht zerstreuen können und so vielleicht verhindert, dass Frauenneuharting am Donnerstag eine Demonstration erlebt, wenn der Gemeinderat am Abend zu seiner Sitzung (Beginn ist um 19.30 Uhr) zusammenkommt. „Wir werden da hinfahren und denen schon sagen, was wir von einem neuen Masten halten“ , gibt sich Rosa Bichler kämpferisch.

Auch interessant

Kommentare